Ausnahmesituation in Stuttgart: Am Freitag ist in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg ein Feuer in einem Großmarkt ausgebrochen. Inzwischen kämpfen die Einsatzkräfte seit Stunden gegen die Flammen, kommen aber nur langsam voran. Das liegt vor allem daran, dass das Gebäude laut Feuerwehrsprecher Daniel Anand teilweise einsturzgefährdet ist und nicht betreten werden kann. Stattdessen muss von außen gelöscht werden.

Inzwischen ist auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort, um die Feuerwehr zu unterstützen. Mit Baggern werden Teile der Lagerhalle abgerissen. Unklar ist aktuell noch, was sich in ihr befindet: Auf dem Großmarkt sind mehr als 100 Import- und Großhandelsfirmen angesiedelt, die frische Waren wie Obst, Gemüse und Blumen an Hotels, Gaststätten und andere Gewerbekunden verkaufen. Der Großmarkt ist laut eigenen Angaben der drittgrößte Handelsplatz für frische Waren in Deutschland. Er liegt im Stadtteil Wangen, direkt am Neckar.

Feuer in Stuttgart: Großmarkt steht in Flammen

Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen einen Brand in einem Gewerbegebiet in Stuttgart. Nach Angaben der Feuerwehr brennt ein Hallenkomplex des dortigen Großmarktes. (zu dpa: «Feuer auf Großmarkt: Einsturzgefahr erschwert Löscharbeiten»)
Seit Freitagabend kämpft die Feuerwehr in Stuttgart gegen einen Großbrand.© Enrique Kaczor/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen einen Brand in einem Gewerbegebiet in Stuttgart. (zu dpa: «Feuer auf Großmarkt: Einsturzgefahr erschwert Löscharbeiten»)
Warum das Feuer in einem Großmarkt ausgebrochen ist, ist noch unklar.© Christoph Schmidt/dpa
Großbrand in Stuttgart
In der Nacht waren zeitweise über 200 Einsatzkräfte vor Ort.© Enrique Kaczor/dpa | Enrique Kaczor
Feuer in Stuttgart
Die Rauchsäule war in weiten Teilen Stuttgarts zu sehen.© Christoph Schmidt/dpa | Christoph Schmidt

Großbrand in Stuttgart: Mehr als 200 Menschen im Einsatz

Einen Brand in dieser Größenordnung und eine vergleichbar große Einsatzlage habe es in Stuttgart in den vergangenen Jahren nicht gegeben, erklärte Feuerwehrsprecher Anand. Es handle sich um ein sehr „außergewöhnliches Ereignis“. Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk waren in der Nacht im Einsatz. Am Morgen wurde ein Großteil des Personals abgelöst. Hinweise auf Verletzte gibt es nach ersten Erkenntnissen nicht.

Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt: Die Flammen drohten am Morgen auf andere Lagerhallen überzugreifen. Mithilfe von mehreren Drehleitern und Teleskopmasten gelang es der Feuerwehr, den Brand einzudämmen. Die Gefahr einer Ausweitung ist den Angaben nach dadurch gesunken. Weiterhin seien aber offene Flammen zu sehen, die die Einsatzkräfte aus mehreren Richtungen löschen.

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Löscharbeiten in Stuttgart dürften sich noch Stunden ziehen

Die Löscharbeiten werden sich laut Anand noch mehrere Stunden ziehen. Ein Problem für die Einsatzkräfte: Sie brauchen viel Löschwasser. Deshalb wird auch Wasser aus dem nahegelegenen Neckar gepumpt. Einsatzkräfte mit Booten stellen dabei sicher, dass der Fluss nicht verunreinigt wird.

Die Rauchwolke über dem Industriegebiet ist inzwischen nicht mehr so dicht wie in der Nacht. Trotzdem mahnte die Feuerwehr die Bevölkerung in einem Umkreis von vier Kilometern, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem könne es zu einer Geruchsbelästigung kommen. Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht.

nfz/dpa