Was Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorwirft, dürfte mittlerweile klar sein. Es geht um sexualisierte digitale Gewalt und Identitätsdiebstahl in den sozialen Medien. Ulmen soll Nachrichten im Namen seiner Frau verschickt haben, darunter auch Pornos, die den Anschein erwecken sollten, Fernandes sei zu sehen. Ulmen selbst bestreitet die Vorwürfe, gegen ihn laufen Ermittlungen. Auch wegen des Verdachts der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt.
In einem Interview mit RTL-Moderatorin Frauke Ludowig offenbarte Collien Fernandes, dass sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leide. Das Erlebte verfolge sie bis in den Schlaf. „Und das tatsächlich auch bis heute. Ich träume sehr oft davon“, so die 44-Jährige. Deutlich wurde das vor allem während der Dreharbeiten zu der ZDF-Kultserie „Das Traumschiff“. Dort spielt Fernandes seit 2021 die Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado.
Fernandes verarbeitet traumatische Erfahrungen und findet neue Stabilität
Die Kabinenwände auf dem Schiff seien sehr dünn. „Da kann es schon passieren, dass ich dann in der Nacht meinen Ex-Mann anschreie und dann Leute klopfen und sagen: ‚Du scheinst gerade davon zu träumen und du schimpfst gerade auf ihn – relativ laut‘“, gibt Fernandes Einblick. „Es gab Phasen, da lag ich nur mit Panikattacken in meinem Bett“. Dennoch gehe es ihr inzwischen besser.
Zur Berichterstattung im Fall Fernandes
Gegen Christian Ulmen stehen schwere Vorwürfe im Raum. Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat Ulmen in Spanien angezeigt, wegen mutmaßlicher Vortäuschung einer Identität, Verletzung von Geheimnissen, Beleidigung mit öffentlicher Verbreitung, fortgesetzter Misshandlung und schwerer Bedrohung. Um die Erstellung von Deepfake-Pornos ging es dabei ausdrücklich nicht. Die spanische Justiz hat die Strafanzeige von Collien Fernandes an Deutschland abgegeben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derweil wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen Christian Ulmen.
Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der Schauspieler weist die Vorwürfe zurück. Das Landgericht Hamburg hat Anfang Mai einen Großteil der im März erschienenen „Spiegel“-Berichterstattung für zulässig erklärt. Fernandes hatte darin die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht. Im Juni urteilte auch das Hanseatische Oberlandesgericht, der „Spiegel“ dürfe weiter über die Gewaltvorwürfe berichten.
Sie habe das Erlebte therapeutisch aufgearbeitet – auch schon bevor sie damit in einem „Spiegel“-Artikel im März dieses Jahres an die Öffentlichkeit gegangen ist. Fernandes ist sich sicher, dass niemand „so ganz ohne irgendwas“ aus so einer Geschichte herausgeht. Mittlerweile freue sie sich, dass sie phasenweise wieder stabil ist. „Das hätte ich damals nicht gedacht“, gibt Fernandes zu.


