Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs mit vier deutschen Todesopfern in Namibia sind der Polizei zufolge nun auch die sterblichen Überreste der bislang noch vermissten vierten Frau gefunden worden. An allen Opfern seien Obduktionen und DNA-Identifizierungen vorgenommen worden, wie die Polizei mitteilte.

„Alle Opfer wurden identifiziert, einschließlich der sterblichen Überreste der weiblichen Passagierin“, teilte die Polizei mit. Demnach werden die Leichen jetzt nach Deutschland überführt. Das Heilbronner Polizeipräsidium befindet sich nach eigenen Angaben im Austausch mit der deutschen Botschaft in Windhuk. Zudem seien die Staatsanwaltschaft Heilbronn sowie die zuständigen Standesämter involviert, um bei der Rückführung zu unterstützen, sagte der Heilbronner Polizeipräsident Frank Spitzmüller der „Heilbronner Stimme“. 

Flugzeugabsturz in Namibia: Deutsche Familie kommt ums Leben

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Bei dem Unglück am 10. Mai kamen ein Ehepaar und ihr Sohn aus dem baden-württembergischen Bad Rappenau sowie der deutsche Pilot ums Leben. Suchtrupps bargen zunächst die Leichen der drei Männer. Die sterblichen Überreste der Frau konnten für viele Tage nicht geortet werden. Das Ehepaar hatte in der Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören, über Jahrzehnte verantwortungsvolle Positionen inne und galt als eng mit Firmeninhaber Dieter Schwarz verbunden.

Die Ermittlungen zur Absturzursache dauern weiter an. Die Such- und Bergungsarbeiten waren nach Angaben der Polizei mit großen Herausforderungen verbunden gewesen. Die Absturzstelle befinde sich fast am Gipfel eines Bergs in einer steilen Schlucht. Das Gelände sei äußerst unwegsam gewesen, selbst zu Fuß. Die Opfer hätten nicht bergab transportiert werden können, sondern mussten mit einem Hubschrauber geborgen werden. Zudem habe das Flugzeug Feuer gefangen und sei stark beschädigt worden.

Ermittlungen zur Unfallursache in Namibia dauern an

Die Propellermaschine, die von der namibischen Hauptstadt Windhuk gestartet war, hatte den Behörden zufolge keinen Kontakt zur Flugsicherung aufgenommen. Der Kleinflieger sollte etwa eine Stunde später auf der privaten Landebahn einer Lodge in der Gegend Sossusvlei landen, erreichte aber nie sein Ziel. Die Trümmerteile hatte ein Suchflugzeug etwa zwei Kilometer von der Ortschaft Hammerstein in der entlegenen, bergigen Region Hardap gefunden. 

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Nach Angaben von Philippine Lundama, der Direktorin der namibischen Behörde für Flugunfalluntersuchungen (DAAI), muss noch abschließend festgestellt werden, ob die Cessna 210 einen Flugschreiber an Bord hatte und ob dieser gefunden wurde. Ermittler werteten unter anderem Wrackteile, Flugzeug- und Wartungsunterlagen sowie Wetterdaten aus. Auch ob Wetterbedingungen eine Rolle gespielt hätten, könne noch nicht gesagt werden. Die DAAI arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zusammen.

Sossusvlei ist eines der bekanntesten Touristenziele in dem südwestafrikanischen Land, berühmt für seine roten Sanddünen, die zu den höchsten der Welt gehören.

dpa