Mit einem langen Pfeifstoß und dem Duft von frisch poliertem Mahagoni erwacht eine Legende zu neuem Leben: Der Orient-Express nimmt ab Oktober 2026 wieder Kurs von Rom auf Istanbul – und knüpft damit an die große Ära internationaler Luxusbahnreisen an, als Europas Aristokraten, Künstler und Abenteurer auf Schienen bis nach Konstantinopel reisten.
143 Jahre nach der ersten Fahrt des historischen Orient-Express-Zugs nach Konstantinopel interpretiert Italiens neuer Luxuszug die berühmteste Bahnstrecke Europas neu – als entschleunigte Reise zwischen Okzident und Orient. Statt Hast und Hektik steht eine Reise voller Eleganz, Kultur und nostalgischem Glamour auf dem Programm.
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Orient-Express: Von Italien über Rumänien bis nach Istanbul
Der „La Dolce Vita Orient Express“ startet am 22. Oktober zu seiner ersten Fahrt auf der historischen internationalen Route. Die Reise dauert fünf Tage und vier Nächte. Die Gäste gehen in der Orient-Express-Lounge am Bahnhof Rom Ostiense an Bord, die vom Künstler und Architekten Hugo Toro gestaltet wurde.
Das gesamte Erlebnis ist laut Anbieter auf höchsten Komfort und persönlichen Service ausgerichtet. Die Kabinen und Suiten greifen stilistisch die Eleganz Italiens der 1960er-Jahre auf. Für das gastronomische Angebot an Bord zeichnet der deutsche Drei-Sterne-Koch Heinz Beck verantwortlich. Er serviert Menüs, die italienische Tradition mit moderner Haute Cuisine verbinden.
Erster Halt ist Venedig: Dort können die Gäste die Stadt auf eigene Faust erkunden oder an organisierten Ausflügen teilnehmen – etwa an einer Bootsfahrt durch die Lagune. Anschließend führt die Strecke weiter nach Budapest. Danach rollt der Zug durch die Landschaften der Karpaten und hält unter anderem in den rumänischen Städten Brașov und Sinaia. Ziel der Reise ist schließlich Istanbul. Nach der Ankunft können die Reisenden die Kuppeln, Basare und lebhaften Straßen der Metropole entdecken – oder ihre Reise noch weiter Richtung Osten fortsetzen.

Reisen für Reiche? Ticket gibt’s ab 20.000 Euro
Es dürfte ein Abenteuer werden – zumindest für all jene, die es sich leisten können. Denn die Tickets kosten ab 20.000 Euro pro Person, je nachdem, ob man sich für eine Deluxe-Kabine, oder eine Suite entscheidet. Die Fahrt soll bewusst an die Tradition des historischen Orient-Express anknüpfen, der einst als Symbol für Luxus und Abenteuer galt. Die Interieurs erinnern mit Messing, Samt und Art-déco-Anklängen an die elegante Ästhetik der Vergangenheit.
Parallel dazu lässt die Marke Orient Express der Hotelgruppe Accor derzeit 17 originale Wagen aus den 1920er- und 1930er-Jahren in Frankreich restaurieren. Verantwortlich für das Projekt ist der Architekt Maxime d’Angeac. Ziel ist es, historischen Luxus mit den Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts zu verbinden.
Der Zug soll nicht nur Transportmittel sein, sondern selbst zum Reiseziel werden. Geplant sind unter anderem eine elegante Bar mit markanten grünen Designakzenten, ein luxuriöser Speisewagen mit privater Lounge sowie mehrere Suiten und eine Präsidentensuite, die einen kompletten Waggon einnimmt.
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Roman bescherte dem Zug seinen Legendenstatus
Der Orient-Express gilt bis heute als König der Züge. Am 5. Juni 1883 setzte sich der ursprünglich nur aus Schlaf- und Speisewagen bestehende Luxuszug erstmals vom Pariser Bahnhof Gare de l’Est in Richtung Istanbul in Bewegung, das damals noch Konstantinopel hieß. Allerdings war die Strecke zu jener Zeit noch nicht vollständig per Bahn befahrbar, sodass unterwegs teilweise Fähren und Schiffe genutzt werden mussten.
Erst im Sommer 1889 konnte die gesamte Route durchgehend auf Schienen zurückgelegt werden – unter anderem auch durch Süddeutschland. Zum Mythos trugen nicht zuletzt Literatur und Film bei. Besonders Agatha Christies 1934 erschienener Kriminalroman „Mord im Orient-Express“ machte den Zug endgültig zur Legende.



