Nach bereits zwei gemeldeten Todesfällen in Bad Wörishofen und Augsburg ist in Bayern nun eine weitere Infektion mit dem Bornavirus bekannt geworden. Das Landratsamt Regen bestätigte eine Erkrankung durch den seltenen Erreger, der vor allem durch Spitzmäuse übertragen wird. Die erneute Infektion innerhalb kurzer Zeit sorgt zunehmend für Besorgnis bei Behörden und Experten. Normalerweise werden über das gesamte Jahr hinweg nur sehr wenige Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Bornavirus registriert.

Bornavirus: 79-Jähriger in intensivmedizinischer Behandlung

Der neue Fall einer Bornavirus-Infektion in Bayern ist bereits der dritte offiziell gemeldete Erkrankungsfall in diesem Jahr. Darüber berichtet der ADAC. Seit 2020 ist die Erkrankung meldepflichtig, da sie in vielen Fällen tödlich verläuft. Selbst Menschen, die die Infektion überleben, müssen häufig mit schweren und dauerhaften Folgeschäden rechnen. Der Patient aus dem Landkreis Regen wird derzeit intensivmedizinisch behandelt. Wo genau die Ansteckung erfolgt ist, bleibt bislang unklar.

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Zuvor waren bereits zwei Todesfälle aus dem Unterallgäu und Augsburg bekannt geworden. Damit ist die Zahl der registrierten Infektionen schon zu einem frühen Zeitpunkt des Jahres auf drei angestiegen. Diese Entwicklung sorgt bei Experten und Behörden für Aufmerksamkeit, denn jährlich erkranken normalerweise lediglich fünf bis zehn Menschen am Bornavirus (BoDV-1).

Etwas Entwarnung gibt jedoch Merle Böhmer, Epidemiologin im Landesamt für Gesundheit. Gegenüber dem Merkur erklärte sie, Schwankungen bei den Fallzahlen seien nicht ungewöhnlich. Bereits ältere Aufzeichnungen hätten gezeigt, dass es immer wieder stärkere und schwächere Jahre gegeben habe. Die Statistik stützt diese Einschätzung: Während 2024 lediglich zwei Fälle registriert wurden, waren es 2025 bereits fünf. Als bislang auffälligstes Jahr gilt 2021 mit insgesamt acht dokumentierten Erkrankungen.

Bornavirus: Ansteckung und Symptome

Übertragen wird das Bornavirus von einem Tier, das auf den ersten Blick harmlos wirkt: der Feldspitzmaus. Die kleinen Tiere tragen den Erreger dauerhaft in sich und scheiden ihn über Kot, Urin, Speichel oder die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Für Menschen hingegen kann eine Infektion dramatische Folgen haben. Sie führt häufig zu einer schweren Gehirnentzündung, der sogenannten Enzephalitis.

Zu Beginn zeigen Betroffene meist unspezifische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und starke Abgeschlagenheit. Innerhalb weniger Tage verschlechtert sich der Zustand jedoch oft rapide. Sprachstörungen, Verwirrtheit und Krampfanfälle folgen, viele Patienten fallen schließlich ins Koma. Von den bislang bekannten Erkrankten in Deutschland überlebten nur wenige und selbst diese größtenteils mit schweren bleibenden Schäden.