Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff wirft viele Fragen auf. Der Erreger ist weltweit verbreitet und findet sich in Nagetieren, deren Speichel oder Hinterlassenschaften. Eine Übertragung des Virus auf den Menschen ist selten und kann dann stattfinden, wenn Kontakt zu infizierten Tieren oder deren Kot und/oder Urin stattgefunden hat.
Üblicherweise findet derartiger Kontakt statt beim Putzen schlecht gelüfteter Räume, in der Landwirtschaft oder bei Waldarbeiten, heißt es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch ein Biss könne zur Ansteckung führen, wenn dies auch selten sei. So ist die derzeit gängige Theorie, dass ein niederländisches Paar in Argentinien solchen Kontakt gehabt haben könnte – und das Virus mit auf das Schiff brachte.
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Hantavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch möglich
Ist aber eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich? Die kurze Antwort: ja. Es gibt jedoch ein Aber. Die WHO weißt darauf hin, dass bislang eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hantavirus nur beim Andesvirus, auch ANDV genannt, beobachtet worden sei. Das Andesvirus ist ein Hantavirus aus Südamerika.

Die Übertragung sei selten und dann beobachtet worden, wenn enger und langer Kontakt zwischen einem Infizierten und einer gesunden Person stattgefunden hat. Zu denken ist an Familienmitglieder, Mitbewohner oder Sexualpartner. Laut WHO findet eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung in der frühen Phase einer Erkrankung statt. In dieser Zeit sei das Virus am leichtesten übertragbar.
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Hantavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch in Deutschland?
Kann sich das Andesvirus nun also in Europa und Deutschland ausbreiten? Die kurze Antwort: sehr unwahrscheinlich. Zwar wird in der Uniklinik Düsseldorf derzeit eine Passagierin der „MV Hondius“ untersucht, die neben zwei kranken Crew-Mitgliedern ausgeflogen wurde. Nach Angaben eines Kliniksprechers gibt es aber keine Hinweise auf eine Infektion bei ihr, aufgrund der sehr unterschiedlichen Inkubationszeit seien jedoch zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Deshalb würden die Schutzmaßnahmen vorsorglich aufrechterhalten, so der Sprecher.

Experten schätzen das Risiko einer größeren Ausbreitung dazu als gering ein. Bei Passagieren des Schiffs wurde das Andesvirus nachgewiesen. „Selbst wenn es zu einer Übertragung des ANDV durch Passagiere käme, die vom Schiff evakuiert wurden, ist das ANDV nicht leicht übertragbar, sodass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme“, berichtete die EU-Gesundheitsbehörde ECDC.
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Hinzu kommt: Das natürliche Reservoir der Andesviren, die Reisratte Oligoryzomys longicaudatus, sei in Europa nicht vorhanden. „Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass das Virus in die Nagetierpopulation eingeschleppt wird und es in Europa zu einer Übertragung von Nagetieren auf Menschen kommt“, sagte ECDC-Experte Thomas Hofmann.

Hantavirus: Übertragung von Mensch zu Mensch vermeiden
Um mögliche Übertragungen von Mensch zu Mensch zu vermeiden, empfiehlt die Gesundheitsbehörde, Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Infektionen zu ergreifen. Menschen mit möglichen Symptomen sollten sich Blut- oder PCR-Tests unterziehen. „Negative Testergebnisse können aber eine Infektion und anschließende Virusausscheidung nicht ausschließen“, sagte ECDC-Experte Hofmann.
Auch der reine Blick auf die Inkubationszeit reiche nicht aus: Diese beträgt laut ECDC in der Regel zwei Wochen, könne aber zwischen sieben Tagen und sechs Wochen schwanken. Deshalb gelte es auch nach Wochen noch, wachsam zu bleiben, so Hofmann – und sich nicht an einem reinen Zeitraum zu orientieren, sondern etwa auch an Symptomen und Testergebnissen.
mit dpa






