Die griechische Urlaubsinsel Santorini stellt sich nach einer außergewöhnlich intensiven Erdbebenserie im Jahr 2025 neu auf. Mehr als ein Jahr nach den Ereignissen, die die Kykladeninsel zeitweise in Angst versetzten und Tausende Menschen zur Abreise bewegten, haben die Behörden umfassende Schutzmaßnahmen eingeführt. Sie sollen Einheimische und Touristen besser vor künftigen Erdbeben- und Vulkanrisiken schützen – ohne den Tourismus vollständig einzuschränken.
Auch interessant
Rückkehr zur Normalität – mit Bewusstsein für das Risiko
Auf Santorin ist inzwischen wieder weitgehend Alltag eingekehrt. Die Insel, bekannt für ihre weißen Häuser, blauen Kuppeln und spektakulären Sonnenuntergänge, bleibt eines der beliebtesten Reiseziele Griechenlands. Gleichzeitig erinnern die Behörden daran, dass die Insel vulkanischen Ursprungs ist und in einer seismisch aktiven Zone liegt. Naturereignisse lassen sich dort nie vollständig ausschließen.
Auch interessant
Das griechische Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz hat deshalb gemeinsam mit Fachgremien neue Vorschriften beschlossen, die insbesondere den Zugang zu besonders gefährdeten Bereichen regeln.
Verkehrs- und Zugangsbeschränkungen an sensiblen Punkten
Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht der Hafen von Athinios, der wichtigste Fährhafen der Insel. Dort soll der Verkehr künftig stärker gesteuert werden, um Staus zu vermeiden und die Aufenthaltsdauer von Fahrzeugen und Reisenden zu verkürzen. Der Grund: Der Hafen liegt direkt unter steilen Felswänden, an denen es im Ernstfall zu gefährlichen Steinschlägen kommen kann. Bestimmte Notfallzonen entlang der Zufahrtsstraße müssen daher jederzeit freigehalten werden, Parken ist dort verboten.
Auch der alte Hafen von Fira ist betroffen. Zwar bleibt der Zugang grundsätzlich möglich, einzelne Bereiche werden jedoch als Sicherheitszonen abgesperrt. Die bekannte Verbindung zwischen Stadt und Hafen über Seilbahn und Fußweg bleibt weiterhin nutzbar.
Auch interessant
Strengere Regeln gelten zudem für die Straße nach Ammoudi unterhalb von Oia. Dort ist der Verkehr nur noch eingeschränkt und kontrolliert erlaubt, während ein beliebter Wanderweg in diesem Bereich vollständig gesperrt wurde.
Millioneninvestitionen in Sicherheit
Parallel zu den neuen Vorschriften investiert die griechische Regierung rund 15 Millionen Euro in die Stabilisierung von Hängen, Straßen und gefährdeten Küstenbereichen. Ziel ist es, Erdrutsche und Folgeschäden bei möglichen Naturereignissen zu reduzieren. Die Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf stark frequentierte und geologisch sensible Regionen der Insel.
Die Sicherheitsmaßnahmen sind zunächst bis März 2027 befristet, können jedoch je nach Entwicklung der Lage angepasst werden. Offizielle Stellen betonen, dass Santorin weiterhin als sicheres Reiseziel gilt. Auch internationale Reisehinweise sehen derzeit keine Einschränkungen für die Insel vor.
Auch interessant
Gleichzeitig bleibt die Überwachung engmaschig: Die Behörden können einzelne Bereiche bei erhöhter Gefahr kurzfristig sperren oder Maßnahmen verschärfen.
Eine der intensivsten Bebenserien der jüngeren Forschung
Auslöser der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen ist die Erdbebenserie aus dem Jahr 2025. Sie begann Ende Januar, erreichte im Februar ihren Höhepunkt und führte bis zum Sommer zu Zehntausenden Erschütterungen. Insgesamt wurden mehr als 21.000 Beben registriert, darunter ein Hauptbeben mit einer Stärke von 5,3.
- Sommerurlaub: Hitze – Arzt warnt vor diesen Urlaubszielen und nennt 4 Kriterien
- Urlaubsplanung: „Touristen sind wie Lemminge“ – Wohin Sie nicht reisen sollten
- Fliegen: Flugangst: Piloten verraten, welche Tipps wirklich helfen
- Beliebte Insel: Mallorca als Sauf-Hotspot? Experte: „Ehefrau ist nicht dabei“
- Reisen: Mäuse, Dreck, Verspätung: Wie schlimm ist es im FlixTrain?
Zeitweise kam es zu mehreren spürbaren Erschütterungen pro Minute. Tausende Menschen verließen vorsorglich die Insel, Schulen wurden geschlossen und der Notstand ausgerufen. Trotz der Intensität blieb eine größere Katastrophe aus – es gab weder Todesopfer noch gravierende Gebäudeschäden.
Forscher bewerten das Ereignis inzwischen als besonders komplex. Nach aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass sowohl tektonische Verschiebungen als auch vulkanische Prozesse eine Rolle spielten.






