Überraschende Wende im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow: Wie der Vater am Dienstag vor dem Landgericht Rostock zu Protokoll gab, sind er und die angeklagte 30 Jahre alte Gina H. „wieder ein Paar.“
Auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters Holger Schütt sagte Vater Matthias R. laut „t-online“: „Das hat sich im Gefängnis im Januar ergeben.“ Weiter sagte er demnach zu der Angeklagten: „Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr.“
Die Ermittler spielten am dritten Prozesstag außerdem ein Gespräch ab, das sie zwischen Gina H. und Matthias R. in der JVA aufgezeichnet hatten. Gina H. erklärt sich darin, R. antwortet ihr: „Ich glaube dir.“
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Fabian aus Güstrow: Vater wieder mit Angeklagtem zusammen
Das Landgericht widmete sich detailliert der Kommunikation zwischen dem Vater des Jungen und der des Mordes Angeklagten. Teils in Minutenschritten ging der Vorsitzende Richter Holger Schütt mit dem Vater die Nachrichten vom Tag des Verschwindens Fabians durch.
Schütt sagte, das Bundeskriminalamt habe eigens eine Kommunikationsanalyse für den 35-Jährigen und die Beschuldigte erstellt, mit der dieser eine mehrjährige Beziehung hatte. Demnach habe die 30-Jährige in Nachrichten normalerweise wenig Interesse an der Familie oder dem Befinden des Mannes gezeigt.
Schütt wies darauf hin, dass sie am Tag von Fabians Verschwinden aber mehrmals nachfragte, was den Vater beschäftige, nachdem er Andeutungen gemacht, aber noch nicht verraten hatte, dass sein Sohn vermisst werde. Er habe sich nichts dabei gedacht, sagte der Vater im Verfahren zu dem Verhalten seiner Ex-Freundin.
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Nach Trennung Probleme diskutiert
Außerdem ging es um ein bestimmtes Telefonat zwischen den beiden am Tag des Verschwindens. Fabians Vater sagte, er könne sich nicht mehr erinnern, worum es dabei ging, obwohl er wochenlang darüber nachgedacht habe. Schütt sagte, wenn sein einziges Kind verschwinde, könnte er sich wahrscheinlich an jede Minute erinnern.
Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Angeklagten vor, den Jungen im Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme mit Fabians Vater eine Rolle gespielt haben.
Anhand der im Prozess präsentierten Nachrichten wurde deutlich, wie der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung ausgiebig die Probleme der Beziehung diskutierten. „Sie drehen die Beziehung hin und her“, sagte Schütt.
Dabei ging es wiederholt auch um das angespannte Verhältnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Demzufolge störte sie etwa, dass er für Absprachen den Sohn betreffend Kontakt mit der Mutter hielt. Kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenähert.
les/dpa




