Seit der Fall Collien Fernandes öffentlich wurde, ist eine große Debatte über digitale Gewalt entstanden. Für viele Frauen ist das Thema aber keinesfalls neu, sondern längst trauriger Alltag. Sie sehen sich regelmäßig mit Hasskommentaren, Vergewaltigungsfantasien und teilweise sogar Deepfake-Pornos konfrontiert.
Moderatorin Lola Weippert über Hass im Netz
Eine Frau, die offen über das Thema spricht, ist Moderatorin Lola Weippert. Sie berichtet im Gespräch mit der Berliner Morgenpost, die wie diese Redaktion zu FUNKE Mediengruppe gehört, von täglichen Konfrontationen mit Frauenhass, Nacktbildern und Mordfantasien, die im Netz kursieren. „In dem Moment, in dem ich als Frau unabhängig bin und eine Meinung habe, sorgt das für Hass“, erklärt sie.
Besonders belastend für Weippert sind Deepfake-Pornos, also Videos, die ihr Gesicht auf fremde Körper projizieren: „Das ist wahnsinnig echtes Videomaterial von mir selbst. Es fühlt sich furchtbar an und ist wie eine digitale Vergewaltigung.“ Ihre Forderung ist klar: Gesellschaft und Politik müssen zusammen dafür sorgen, dass Hass und digitale Gewalt endlich Konsequenzen haben – auch juristisch. „Wir Frauen brauchen endlich Gesetzesentwürfe und rechtliche Konsequenzen für das, was wir jeden Tag erleben müssen.“


