An einer Mittelschule in der Stadt Kahramanmaras im Südosten der Türkei ist es zu einer Gewalttat gekommen. Nach aktuellen Informationen ist die Zahl des Todesopfer auf neun gestiegen, acht Schüler und eine Lehrkraft. 13 Menschen seien dabei verletzt worden, sechs davon schwer, sagt der Provinzgouverneur Mükerrem Ünlüer.
Der Angreifer sei ebenfalls tot, aber es sei noch unklar, ob er sich selbst das Leben genommen habe, sagte der Gouverneur. Mehrere Verletzte befinden sich demnach in einem kritischen Zustand. Das Motiv für den Angriff ist noch nicht bekannt.
Türkei: Mutmaßlicher Täter soll Schüler gewesen sein
Laut CNN Türk erklärte der Gouverneur: „Der Angreifer ist ein Achtklässler. Sein Vater ist ein ehemaliger Polizist. Vermutlich hat er die Waffe seines Vaters an sich genommen.“ Der Angreifer sei mit fünf Pistolen und sieben Magazinen bewaffnet gewesen und habe in zwei Klassenzimmern angegriffen. Zuvor soll er bereits auf dem Schulhof in die Luft gefeuert und dann das Gebäude betreten haben. Der Angreifer habe sich nach der Tat selbst getötet.
Nachdem Schüsse vor der Schule gemeldet worden waren, wurde der Notruf 112 in Kahramanmaraş gewählt. Zahlreiche Krankenwagen und Polizeiteams wurden zur Schule entsandt. Genaue Hintergründe sind noch unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş hat Ermittlungen eingeleitet. Von der Nachrichtenagentur IHA verbreitete Aufnahmen zeigten, wie ein zugedeckter Körper in einem Krankenwagen weggebracht wurde, an der Schule waren weinende Eltern zu sehen.
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Eltern des mutmaßlichen Täters festgenommen
Der Provinzbürgermeister Ünal Ateş gab gegenüber der Zeitung „Cumhuriyet“ an, er habe von Schulleitung und Eltern Informationen erhalten, die darauf hindeuteten, dass der Täter aggressiv war und psychische Probleme hatte. Wie die Nachrichtenagentur AA berichtet, wurde neben dem Vater auch die Mutter des mutmaßlichen Täters in Gewahrsam genommen .
Laut einer Erklärung von Innenminister Mustafa Çiftçi soll es sich um eine Einzeltat handeln, nicht um einen Terrorakt. Es ist bereits der zweite Fall eines bewaffneten Angriffs auf eine Schule in der Türkei innerhalb weniger Tage. Am Dienstag waren 16 Menschen verletzt worden, als ein ehemaliger Schüler das Feuer auf ein Gymnasium in der nahegelegenen Provinz Sanliurfa eröffnete. Er habe sich das Leben genommen. Angriffe mit Schusswaffen an Schulen sind in der Türkei normalerweise selten.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
nes/pcl/mit dpa





