Der berüchtigte kolumbianische Drogenbaron Pablo Escobar wollte eigentlich nur ein paar Flusspferde für seinen privaten Tierpark. Anfang der 1980er Jahre kaufte Escobar vier Exemplare aus den USA, die er auf seinem Luxusanwesen Hacienda Nápoles in einem Tierpark ansiedelte. Heute leben mehr als 200 afrikanische Flusspferde in Kolumbien – und sind zu einem massiven Umweltproblem für heimische Planzen- und Tierarten geworden.
Seit Jahren diskutiert deshalb die kolumbianische Regierung über eine Lösung der Plage und greift jetzt zu einer drastischen Maßnahme: Zunächst sollen etwa 80 Exemplare gekeult werden, kündigte Umweltministerin Irene Vélez Torres am Montag an. Alle Bemühungen, die Tiere in Zoos oder Wildparks etwa in Mexiko, Indien oder den Philippinen unterzubringen, seien bislang gescheitert. Das Ministerium arbeite aber weiterhin an Umsiedlungsplänen.
„Wenn wir das nicht tun, werden wir die Population nicht kontrollieren können“, zitiert „CNN“ Vélez. „Wir müssen diese Maßnahmen ergreifen, um unsere Ökosysteme zu erhalten.“ Umweltschützer kritisieren die Entscheidung als Versagen der Regierung, andere Maßnahmen zu ergreifen. „Tötungen und Massaker werden niemals akzeptabel sein“, schreibt die kolumbianische Senatorin Andrea Padilla auf X. Es handele sich um „gesunde Geschöpfe, die Opfer der Nachlässigkeit“ staatlicher Stellen geworden seien.
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Kolumbien: Flusspferde bedrohen heimische Tierarten
Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Population der 200 Tiere demnach bis ins Jahr 2035 auf 1000 Exemplare steigen. Die Flusspferde bringen Experten zufolge das lokale Ökosystem aus dem Gleichgewicht und gefährden einheimische Arten wie Manatis und Flussschildkröten. Zudem zerstören sie immer wieder Felder und bringen auch Menschen in Gefahr.
Nachdem Pablo Escobar, Chef des Medellín-Kartells, 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel sein Anwesen mit dem Tierpark. Die Flusspferde zogen in die umliegenden Wälder, pflanzten sich kräftig fort und breiteten sich immer weiter aus.
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Trotz ihres harmlosen Aussehens gehören Flusspferde zu den für Menschen tödlichsten Tierarten. Laut dem „BBC Wildlife Magazine“ sollen sie in Afrika allein im letzten Jahr für 500 Todesfälle verantwortlich sein – nur 22 Menschen starben hingegen durch Löwen.
Flusspferde sind äußerst territorial: Besonders in Flüssen und Seen verteidigen Flusspferde ihr Revier aggressiv gegen Eindringlinge – dazu zählen auch Menschen in Booten oder beim Baden. Ihre enorme Körpermasse von bis zu 1,5 Tonnen, kombiniert mit überraschender Schnelligkeit sowohl im Wasser als auch an Land, führt dazu, dass Menschen sie oft unterschätzen. Die gefährlichste Waffe der Flusspferde ist jedoch ihr gewaltiges Gebiss: Sie besitzen lange, messerscharfe Eckzähne, mit denen sie selbst Boote beschädigen oder eben Menschen tödlich verletzen können.
mit dpa






