Für eine Generation von Kinogängern hat Michelle Pfeiffer Ikonen-Status. Doch auch mit 67 ist die Schauspielerin aus Kultfilmen wie „Batmans Rückkehr“ noch präsent – aktuell mit der Apple TV+-Serie „Margo’s Got Money Troubles“ (ab 15. April). Im Interview reflektiert sie die Zusammenarbeit mit ihrem Mann, die eigenen Erfahrungen als Mutter und das Älterwerden in der Filmbranche.
Sie hatten vor dieser Serie noch nie mit Ihrem Mann, dem berühmten Produzenten und Autoren David E. Kelley, gearbeitet. Warum hat es so lange gedauert?
Michelle Pfeiffer: Weil er einfach ein so großartiger Ehemann ist. Wir wollten keine Unruhe in unser Privatleben hineinbringen. Deshalb habe ich jahrelang nur seine Serien wie „Ally McBeal“ angeschaut und mir gedacht: „Diese Schauspieler dürfen so froh sein, dass sie solche Drehbücher zu spielen bekommen.“
Ich war neidisch auf sie – vor allem, weil David so tolle Frauenrollen schreibt. Aber dann haben wir diesen Schritt doch gewagt, was wunderbar funktioniert hat, und jetzt konnte ich das auch genießen, solche Dialoge zu sprechen. Aber vor dem Dreh war ich schon nervös, das muss ich zugeben.
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Vielleicht können Sie sich ja solche Rollen selbst auf den Leib schreiben.
Nie und nimmer. Das habe ich nicht drauf. Ich weiß, wie es ist, Drehbücher zu entwickeln, weil ich mal eine Produktionsfirma hatte. Und daher habe ich auch verstanden, dass ich als Autorin schrecklich wäre. Ich wünschte, es wäre anders, aber ich habe nicht die gleiche Gabe wie David.
Ihre Ehe währt inzwischen 33 Jahre. Was ist aus Ihrer eigenen Erfahrung nötig, damit eine Beziehung so funktioniert?
Ganz besonders wichtig ist Vertrauen. Und Respekt. Wenn du das füreinander hast, dann ist das die beste Voraussetzung, um alle Schwierigkeiten zu überwinden. Du kannst dann einfach die Dinge nehmen, wie sie kommen.
Es wurde um Sie ruhiger, nachdem Sie eine Familie gegründet hatten. Hatte das mit ihrer privaten Situation zu tun?
Das auch. Es hätte mein Familienleben zu sehr verkompliziert. Denn wenn ich eine Rolle spiele, dann vertiefe ich mich komplett darin und bin für andere Menschen geistig nicht verfügbar. Aber ich fand auch eine Zeit lang keine Rollen, die mir Lust auf die Arbeit gemacht hätten. Vielleicht bedingte sich das gegenseitig. Das heißt, ich war eher auf mein Privatleben konzentriert und deshalb war ich nicht mehr so offen. Man hat mir sowieso nachgesagt, dass ich gerne Rollen ablehne.

Schauspielerin übers Älterwerden: „Hollywood hat sich verändert“
Oder hatte dieses mangelnde Angebot damit zu tun, dass Hollywood keine interessanten Figuren zu bieten hatte?
Ich glaube, gute Angebote kommen in Wellen. Eine Zeit lang gibt es viele, dann wieder nicht, und darauf folgt die nächste Welle. Generell denke ich, dass die Rollen für ältere Frauen mehr geworden sind. Aber Hollywood hat sich im Lauf der Jahre auch verändert. Früher haben die Studios Filme in verschiedenen Preiskategorien produziert, und du hattest deinen festen Platz in diesem System. Und im Laufe der Zeit wurden immer mehr Filme unabhängig finanziert. An einem Projekt waren alle möglichen Produzenten beteiligt. Es ist völlig unübersichtlich geworden.
Aber haben Sie übers Älterwerden nachgedacht?
Erst als ich die 50 überschritt. Da ließ sich das nicht mehr wegdrücken. Körperlich bist du vielleicht nicht mehr ganz so leistungsfähig wie früher. Aber ich bin trotzdem gesund und munter. Und wenn man sich eingesteht, wie alt man ist, hat das auch etwas Befreiendes an sich.
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Sie haben in einer ganzen Reihe von Klassikern gespielt. Blicken Sie manchmal auf Filme wie „Batmans Rückkehr“ oder „Scarface“ zurück?
Praktisch nie. Ich versuche, mich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Die ist die Grundlage für meine Entscheidungen.
„Man muss Kindern erlauben, Fehler zu machen“
Die wichtigste Grundlage für Entscheidungen sind vermutlich Ihre Kinder gewesen.
Richtig. Deshalb war ich dann beruflich auch flexibler, als sie ausgezogen sind.
In „Margo’s Got Money Troubles“ spielen Sie eine Mutter, die verzweifelt die Probleme ihrer Tochter zu lösen versucht. Worauf kommt es denn Ihrer Erfahrung nach bei der Erziehung an?
Du wirst dir bewusst, dass das eine Gratwanderung ist. Einerseits musst du deinen Kindern Grenzen setzen, damit ihnen nichts passiert. Andererseits musst du ihnen auch erlauben, Fehler zu machen, sodass sie Widerstandskraft entwickeln. Und hoffentlich schaffst du’s dabei auch, ihnen die richtigen Werte zu vermitteln – wie sie mit anderen Menschen und ihrer Umwelt umgehen sollen. Aber Erziehung ist keine perfekte Wissenschaft.
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Sie meinten in einem Interview, dass Sie sich ihrer Enkeltochter widmen und weniger drehen wollen. Aber könnten Sie sich eigentlich vorstellen, bis zum Ende Ihrer Tage vor der Kamera zu stehen?
Das ist schon ein bisschen viel. Ich weiß nicht, ob ich immer Filme drehe. Aber ich möchte mich nicht zur Ruhe setzen. Däumchen zu drehen liegt mir nicht.






