Der Schauspieler Mario Adorf ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris, wie sein Manager Michael Stark der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Adorfs Frau mitteilte. Demnach starb der Schauspieler in seiner Pariser Wohnung. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
Adorf habe ihm bei einem letzten Besuch vor kurzer Zeit noch mit auf den Weg gegeben, dass er sich „bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt“, erklärte Stark weiter.
Mario Adorf galt als einer der prägendsten Charakterdarsteller des deutschen Films. In seiner jahrzehntelangen Karriere wirkte er in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit. Besonders bekannt wurde er durch Rollen in internationalen Produktionen sowie durch seine Zusammenarbeit mit renommierten Regisseuren.
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Prägende Figur der deutschen Kulturszene
Am 8. September 1930 in Zürich geboren, wuchs Adorf in prekären Verhältnissen auf. Seinen Durchbruch feierte Adorf in den 1950er-Jahren, vor allem mit der Rolle eines geistig behinderten Mörders in dem Film „Nachts, wenn der Teufel kam“.
Rasch machte er sich auch in Italien und Frankreich einen Namen. Dort spielte er häufig markante Nebenfiguren, die durch seine unverwechselbare Präsenz in Erinnerung blieben. Seine Vielseitigkeit machte ihn zu einem gefragten Darsteller in ganz Europa.

Eine Wende zum Charakterdarsteller ermöglichte ihm Anfang der 70er Jahre der neue deutsche Film. Regisseur Volker Schlöndorff besetzte ihn in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und danach in der mit dem Oscar ausgezeichneten Verfilmung „Die Blechtrommel“. Für Helmut Dietl spielte er im Kinoerfolg „Rossini“ oder in der Serie „Kir Royal“.
Auch im hohen Alter blieb Adorf künstlerisch aktiv und stand immer wieder für Film- und Fernsehprojekte vor der Kamera. Er veröffentlichte zudem mehrere Bücher und trat als Erzähler auf. Für sein Lebenswerk wurde er vielfach ausgezeichnet und galt bis zuletzt als feste Größe der deutschsprachigen Kulturszene.
Adorf spielte das Böse menschlich
„Mit seiner Schauspielkunst hat er die Welt zum Erschaudern, Nachdenken, zum Lachen und Weinen gebracht“, erklärte Stark. „Seine Kunst war es, Schurken, Mafiosi und hinterhältige Patriarchen so menschlich darzustellen, dass das Publikum sich oft auf die Seite des ‚Bösen‘ schlug.“ Adorf habe zudem „nie seine Bodenhaftung verloren“.
Adorf hinterlässt nach Angaben seines Managements seine französische Ehefrau Monique sowie seine Tochter Stella aus erster Ehe und Enkel Julius.
mit AFP
































