An Bord der Artemis-Mondmission, hunderttausende Kilometer von der Erde entfernt, kam es am sechsten Tag zu einem berührenden Moment. Mit tränenerstickter Stimme informierte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen die Nasa-Zentrale, dass ein zuvor namenloser Mondkrater nun Carrol-Krater heißen solle – zu Ehren der verstorbenen Ehefrau von „Artemis 2“-Kommandant Reid Wiseman. Hansen beschrieb den Krater als „hellen Punkt auf dem Mond“.
Nach Hansens Durchsage umarmten sich die vier Astronauten – neben Hansen und Wiseman noch Christina Koch und Victor Glover. Die zwei Töchter von Wiseman und seiner verstorbenen Ehefrau verfolgten das Ganze im Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas. Laut der „Sunday Times“ war Wiseman bereit, seinen Traum, Astronaut zu werden, aufzugeben, als bei seiner Frau Carrol Wiseman Krebs diagnostiziert wurde. Carrol habe ihn dennoch darin bestärkt.
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Artemis-Astronauten stellen neuen Rekord auf
Die vier Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der Nacht zum Donnerstag an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben und sollen nach etwa zehn Tagen im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen.
Am Montag war nach dem Überflug der von der Erde abgewandten Seite des Mondes der Kontakt der Artemis-Astronauten zur US-Weltraumbehörde Nasa wieder hergestellt worden. „Wir werden uns immer für die Erde entscheiden, wir werden uns immer füreinander entscheiden“, sagte die Astronautin Christina Koch nach der Wiederherstellung der Verbindung. Zuvor war der Kontakt wie geplant für etwa 40 Minuten verloren gegangen.

Nur Stunden zuvor hatten die vier Astronauten der Mondmission einen Rekord aufgestellt: Sie entfernten sich so weit von der Erde wie noch nie ein Mensch zuvor. Den bisherigen Rekord von 400.171 Kilometern Entfernung zur Erde hatte die Apollo-13-Mission im Jahr 1970 aufgestellt. Die Artemis-2-Crew sollte nach den Nasa-Plänen den Mond umrunden und sich dabei 406.778 Kilometer von der Erde wegbewegen. Eine Mondlandung ist auf dieser Reise nicht geplant.
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Artemis befindet sich auf Kurs Erde
Nach der Mondumrundung sollte die Orion-Kapsel den etwa viertägigen Rückflug zur Erde antreten. Er erfolgt über eine sogenannte freie Rückkehrbahn. Dabei wird das Raumschiff allein durch die Mondschwerkraft und ohne zusätzlichen Antrieb wieder auf Kurs zur Erde gebracht.
Die vier Astronauten waren am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida zu ihrer historischen Reise gestartet. Artemis 2 ist die erste bemannte Mission Richtung Mond seit mehr als 50 Jahren.
Eine erneute Mondlandung strebt die Nasa erst für das Jahr 2028 an. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet. Danach wurde das kostspielige Programm eingestellt. Der Konkurrent China plant für 2030 eine Mondlandung.
os/dpa/afp




