Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Wal lebt noch. „Die Lage ist unverändert. Die Streifen konnten in der Nacht nicht feststellen, ob der Wal noch atmet. Aber über den Stream sieht man, dass er noch atmet“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Livestream des Nachrichtenportals News 5, das mittlerweile ein Wärmekamerabild sendet, ist der Wal orangefarben erkennbar. In regelmäßigen Abständen stößt er Luft aus. Auch das ist auf dem eingefärbten Live-Bild gut zu erkennen. Die „Bild“ zitiert Umweltminister Till Backhaus, nach dem Experten davon ausgehen, dass sich Wasser in der Lunge des Tieres angesammelt hat.
Unterdessen geht die Debatte darum, ob das Tier gerettet wird, weiter: Wie unter anderem „Bild“ berichtet, wurde am Dienstag ein Eilantrag zurückgezogen, nachdem am Montagabend ein Protest eskaliert war: Mehrere Teilnehmer drangen in einen Sperrbereich ein. Rund um die Bucht, in der das sterbende Tier im flachen Wasser liegt, hatte die Polizei die Zugänge zum Wasser abgesperrt. An einem dieser Punkte hatten sich am Abend dem Sprecher zufolge rund 50 Demonstranten versammelt. Gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ spricht Backhaus von Anfeindungen gegen seine Person: „Ich bin so lange im Amt, ich bin hier schon durch einige Höllen gegangen. Aber diese Hölle ist die schlimmste, die ich je als Minister erlebt habe.“
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Ostsee-Wal: Auch der Bundespräsident interessiert sich
Wie viele andere Menschen interessiert sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den Zustand des gestrandeten Wals. Seit dem 31. März treibt der verletzte Buckelwal in der Ostsee vor der Insel Poel. Bei einem ohnehin geplanten Besuch des Ozeaneums in Stralsund will Steinmeier sich am Donnerstag mit Experten über den Meeressäuger austauschen. Das teilte das Bundespräsidialamt mit.

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Steinmeier verlegt für drei Tage seinen Amtssitz nach Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) – als achtzehnte Station der Reihe „Ortszeit Deutschland“, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will. Das Ozeaneum ist einer der Museumsstandorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Die dort tätigen Experten sind eng in die Bewertung der Lage des gestrandeten Wals eingebunden.
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Behörden gehen gegen Falschmeldungen vor
Es gibt auch zahlreiche Spendenaufrufe für das Tier. Backhaus erklärte dazu: „Ich finde es grundsätzlich großartig, dass so viele Menschen bereit sind, dem Tier zu helfen – auch monetär.“ Doch die Rettung des Wals werde nicht wegen Geldmangels aufgegeben, sondern wegen seines Gesundheitszustands, der Belastung und der fehlenden Perspektive für ihn.
Um Falschmeldungen rund um das gestrandete Tier vorzubeugen, beantwortet das Umweltministerium nun auf seiner Internetseite die am häufigsten gestellten Fragen. „Am Ende werden wir nicht alle Verschwörungstheorien aufnehmen und widerlegen können“, erklärte der Umweltminister. Dennoch werde die Seite fortgeschrieben, wenn es erforderlich sei.
bee/tok/pau/jcst/dpa/afp







