Es klingt skurril, hat aber einen äußerst ernsten Hintergrund: Wissenschaftler haben in Haien Spuren von Kokain und Koffein entdeckt. Untersucht wurden Tiere, die in den Gewässern rund um die Bahamas leben. Nachgewiesen wurden zudem auch Rückstände von Schmerzmitteln. Für die Forscher ein deutliches Alarmsignal. Denn dies ist nicht der erste Fall dieser Art.
Eine Forschergruppe der Bahamas, Brasiliens und Chiles, konnten die Rückstände in den Tieren nachweisen, wie „ScienceAlert“ schreibt. Das Forschungsteam analysierte Blutproben von 85 Haien, die um Eleuthera, eine der abgelegensten Inseln der Bahamas, gefangen wurden. Bei 28 dieser Haie wurden Drogen in unterschiedlicher Form im Körper nachgewiesen. Am häufigsten wurde Koffein nachgewiesen, bei zwei Tieren jedoch auch das Rauschgift Kokain. Ebenfalls positiv fielen die Tests auf die Schmerzmittel Paracetamol und Diclofenac aus.
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Haie nehmen Kokain über Drogenpäckchen und Abwasser auf
Und das ist bei weitem nicht die erste Studie, die verseuchte Haie nachweisen konnte. Bereits im Jahr 2024 wiesen Wissenschaftler in Leber und Muskeln von 13 Scharfnasenhaien, die in den Gewässern vor Rio de Janeiro zu Hause sind, Kokain nach. Die Untersuchung hatte ergeben, dass die verschiedenen Substanzen womöglich über das Abwasser des Menschen in die Meere und weiter in die Körper der Meeresbewohner gelangt waren. Betroffen sind vor allem stark bevölkerte Gegenden oder bei Tourismus beliebte Regionen.
Die Wissenschaftler der aktuellen Studie kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die Tiere wahrscheinlich ins Wasser gefallene Drogenpäckchen angeknabbert haben. Das ungereinigte Abwasser aus Booten und eben aus den Ortschaften könnte die Verunreinigung jedoch noch verstärkt haben, so die Forscher.
Drogen und Arzneimittel belasten Meeresökosysteme und Tiere
Sie erklären in ihrer Arbeit, dass Pharmazeutika und illegale Drogen zunehmend als Schadstoffe in marinen Ökosystemen anerkannt werden. Schaden können die Rückstände dabei nicht nur den Tieren selbst, sondern auch dem Menschen. Durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten gelangen Drogen und andere Stoffe auch in den menschlichen Organismus. Laut den Wissenschaftlern sei dies bereits beim Kontakt mit dem Wasser des Ozeans möglich.
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Den Experten zufolge nehme die Verschmutzung der Meere durch Schmerzmittel, Antibiotika oder Rauschgifte besorgniserregend stark zu. Und die Folgen für die Tiere sind bereits erkennbar: Die Studie hat aufgezeigt, dass die Haie Marker aufweisen, die auf ein erhöhtes Stresslevel hindeuten. Das liege wiederum daran, dass die Körper der Tiere versuchen, die Stoffe abzubauen. Das führt wiederum zu einem höheren Energieverbrauch. Nicht auszuschließen ist, dass die Vergiftung mit diesen Stoffen physiologische Prozesse der Meeresraubtiere beeinflusst.
Die Forderungen der Forscher sind deshalb eindeutig: ein besseres Abwassermanagement, mehr Schutz der sensiblen Ökosysteme und verstärkte Untersuchungen der Folgen für Tiere und Umwelt.




