Ein sensationeller Fund in den Niederlanden könnte ein langes und hartnäckiges Rätsel lösen: Nach dem Einsturz des Fußbodens der Sint-Petrus-en-Pauluskirche von Wolder, einem Stadtteil von Maastricht, wurde ein möglicherweise besonders berühmtes Skelett ausgegraben. Bei den Reparaturarbeiten sollen die Gebeine von niemand Geringerem als dem legendären Musketier-Kommandeur Charles de Batz de Castelmore D’Artagnan gefunden worden sein, berichtete der Sender L1 Nieuws am Mittwoch.

Der Fund in der modernen Kirche, deren Ursprünge in das 13. Jahrhundert zurückreichen, wird dem Medienbericht zufolge derzeit in einem archäologischen Institut in Deventer untersucht. Wie die Deutsche Presse-Agentur zudem berichtet, wurde eine DNA-Probe zu einem Labor in München geschickt. Dort soll sie mit der DNA eines Nachkommens von D’Artagnan verglichen werden. Die Untersuchungen würden einige Wochen in Anspruch nehmen.

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Sensationsfund in den Niederlanden: Rätsel um Musketier-Grab endlich gelöst?

Bereits vor Abschluss der Untersuchungen sprechen offenbar mehrere Indizien für die Identität des Toten: In der Nähe des Skeletts wurde eine französische Münze gefunden, so Diakon Jos Valke, der bei den ersten Ausgrabungen dabei war, in dem Medienbericht. Auch der Fundort des Grabes spreche für eine wichtige prominente Person: Das Skelett wurde unter dem früheren Altar entdeckt. „Zu jener Zeit wurden nur Mitglieder des Königshauses oder andere bedeutende Persönlichkeiten unter einem Altar beigesetzt“, heißt es in dem Bericht weiter.

Charles de Batz de Castelmore, Graf von Artagnan, war ein enger Vertrauter des französischen Königs Ludwig XIV. und verbrachte sein Leben im Dienste der französischen Krone. Belegt ist, dass D’Artagnan im Juli 1673 ganz in der Nähe der Kirche bei der Belagerung von Maastricht starb, wo er im Auftrag von König Ludwig XIV. war. Besonders interessant: Dem Medienbericht zufolge sei eine Kugel bei den Rippen des Skeletts gefunden worden.

Wo der Held begraben wurde, war seit seinem Tod vor mehr als 350 Jahren ein großes Rätsel. Historiker halten es allerdings für sehr wahrscheinlich, dass er in Wolder begraben wurde. Wim Dijkman, ein Archäologe, der an der Ausgrabung beteiligt war, äußerte sich gegenüber L1 dagegen vorsichtiger: „Bislang spricht nichts dagegen, dass es sich um ihn handeln könnte. Aber ich warte erst einmal die Ergebnisse der DNA-Untersuchung ab.“

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„Die drei Musketiere“: D’Artagnan soll weltberühmten Roman inspiriert haben

D’Artagnan aus der französischen Provinz Gascogne inspirierte den Schriftsteller Alexandre Dumas im 19. Jahrhundert zu seinem Helden des berühmten Romans „Die drei Musketiere“. Aufgrund zahlreicher Verfilmungen der 1844 erschienenen Abenteuergeschichte ist die Figur bis heute weltweit bekannt. Neben Aramis, Athos und Porthos war er der sogenannte vierte Musketier.

Die Geschichte spielt im Jahr 1625: Ein junger Gascogner zieht nach Paris, um Musketier der Garde von König Ludwig XIII. zu werden. Mit drei Gefährten trotzt er Kardinal Richelieus Intrigen und Mylady de Winters Machenschaften. Der Leitspruch „Einer für alle, alle für einen“ versinnbildlicht ihre unerschütterliche Freundschaft und ist bis heute eines der wohl berühmtesten Mottos aus der Literatur.

mit afp/dpa