Schleswig-Holsteins Landesregierung stellt drei weitere Gebiete in der Ostsee unter Schutz. An der Hohwachter Bucht ist die Neuregelung bereits in Kraft getreten. Die anderen beiden an der Geltinger Bucht bis zur Schleimündung und westlich von Fehmarn folgten im Laufe dieser Woche, so das Umweltministerium.
„Damit schützen wir so viel Fläche der schleswig-holsteinischen Ostsee wie noch nie und setzen auch international Maßstäbe“, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt bei der Einweihung der ersten Infotafel an der Hohwachter Bucht. „Mit den neuen Meeresschutzgebieten bekommen Fische und Schweinswale, Seegraswiesen und Seevögel wichtige Ruheoasen. Hier können Pflanzen und Tiere buchstäblich aufatmen.“
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Auf Basis verschiedener Untersuchungen zur Ostsee hat das Ministerium Gebiete ausgewählt, die aufgrund ihrer Artenvielfalt, Lebensräume, Entwicklungsmöglichkeiten und bestehenden Belastungen besonders schutzwürdig seien. In den neuen Schutzgebieten dürfen Pflanzen, Tiere und Lebensräume nicht mehr zerstört, entnommen oder gestört werden. Daher seien Fischerei, Jagd, Rohstoffabbau, Bauvorhaben oder andere Veränderungen der Gewässer und des Meeresbodens untersagt.
Ziel sei es, die Gebiete als ungestörte Rückzugsräume zu schützen und menschliche Einflüsse zu minimieren, sagte Goldschmidt. Weiterhin erlaubt seien aber Schwimmen, Baden, Tauchen und der Fischfang zu Fuß vom Ufer oder im Wasser mit der Handangel. Angeln vom Boot gilt künftig jedoch als eine Ordnungswidrigkeit. Ob und in welcher Höhe ein Bußgeld verhängt wird, entscheidet sich von Fall zu Fall und hängt von der Schwere des Verstoßes ab.
Aktionsplan: Mehr Schutzgebiete in Planung
Außerdem soll eine ganzjährige Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden, um die Lärmbelastung der Tiere niedriger zu halten. Schleswig-Holstein bereitet einen entsprechenden Antrag vor, berichtet die Boulevardzeitung „Bild“. Das letzte Wort habe hier aber der Bund.
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Mit dem vor zwei Jahren beschlossenen Aktionsplan Ostseeschutz werden bis zum Jahr 2030 nach Goldschmidts Angaben 12,5 Prozent der Ostsee unter strengen Schutz gestellt. Nach nur zwei Jahren sei das durch die drei neuen Meeresschutzgebiete schon für 7,56 Prozent erreicht. Ein von den Grünen ursprünglich gewünschter „Nationalpark Ostsee“ war an der mangelnden Zustimmung des Regierungspartners CDU gescheitert.
mit dpa



