- In der Schweiz ist ein Linienbus komplett ausgebrannt
- Es gibt sechs Tote und mehrere Verletzte – die Identifizierung der Opfer könnte Tage in Anspruch nehmen
- Terror schließt die Polizei aus – nun nennt sie weitere Details
Was sich am Dienstagabend in der kleinen Gemeinde Kerzers in der Schweiz ereignete, wirkt wie ein Albtraum: Ein Linienbus steht plötzlich in Flammen, Menschen schreien, Passagiere versuchen zu entkommen. Innerhalb kürzester Zeit breitet sich das Feuer im gesamten Fahrzeug aus. Sechs Menschen sterben bei dem Brand. Vier weitere Fahrgäste sowie ein Sanitäter erleiden schwere Verletzungen. Die Tat hat die gesamte Schweiz erschüttert – und sorgt auch europaweit für Entsetzen. Viele Menschen fragen sich seitdem fassungslos, wie eine solche Tragödie mitten im Alltag passieren konnte.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll ein psychisch auffälliger Mann das Feuer absichtlich gelegt haben. Wie Staatsanwalt Raphael Bourquin auf einer Pressekonferenz am Dienstag erklärte, wird ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen. Bei dem mutmaßlichen Brandstifter soll es sich um einen etwa 60-jährigen Schweizer handeln. Nach bisherigen Ermittlungen stieg er rund 40 Minuten vor der Tat in den Bus ein. Der Mann soll mehrere Säcke dabei gehabt und sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten haben, so der Staatsanwalt.
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Dann eskalierte die Situation: Der Mann habe sich plötzlich mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die Ermittler vermuten, dass er mehrere Liter Benzin bei sich hatte. Innerhalb kurzer Zeit habe sich das Feuer im Bus ausgebreitet. Der Verdächtige war nach Angaben der Behörden zuvor von seiner Familie als vermisst gemeldet worden und galt seit längerer Zeit als „psychisch auffällig“. Er habe zuletzt im Kanton Bern gelebt, sagte Bourquin. Die Ermittler gehen davon aus, dass er selbst unter den Todesopfern ist.
Junge Radiomoderatorin unter den Todesopfern
Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich indessen schwierig und könnte mehrere Tage dauern, teilte ein Sprecher der Kantonspolizei Freiburg mit. Nach ersten Angaben stammen die Todesopfer aus der Region. Unter ihnen befindet sich nach Angaben der Schweizer Tageszeitung „Blick“ auch die Radiomoderatorin Lara Baumgartner. Die 26-Jährige arbeitete beim Sender Energy Bern und war in der Region eine bekannte Stimme.
Wie sich das Feuer im Bus genau ausbreitete und warum nicht alle Fahrgäste entkommen konnten, ist Teil der Ermittlungen. „Wir müssen den genauen Ablauf der Tragödie noch aufklären“, erklärte Philippe Allain, Kommandant der Kantonspolizei Freiburg. Dazu sollen weitere Zeugen befragt und Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet werden.

„Alles ging so schnell. Binnen Augenblicken stand alles in Flammen“, sagte ein Mann, dessen Autowerkstatt unweit des Unglücksortes liegt. „Von der Hitze explodierten sogar die Reifen und flogen bis zu 200 Meter weit“, erzählte er der Tageszeitung „Blick“.
Busbrand in Kerzers: Flammen zerstören Fahrzeug komplett
Der beschauliche Ort Kerzers, in dem sich die Tragödie ereignete, hat nur knapp 5600 Einwohner und liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern. Noch am Montagabend hat die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnet. Das völlig ausgebrannte Wrack des Busses wurde in der Nacht geborgen.
In sozialen Medien kursierten dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus. Darauf sind meterhohe Flammen zu sehen. Eine riesige Rauchsäule stieg in den Himmel. Die Feuerwehr löschte die Flammen, aber der Bus brannte völlig aus. Nur das Metallgerippe des Fahrzeugs blieb übrig. Auf Bildern sind zahlreiche Menschen zu sehen, die den brennenden Bus mit Handykameras filmen. Im Einsatz waren neun Krankenwagen sowie ein Rettungshubschrauber. Die Polizei rief mögliche Zeugen auf, sich zu melden.
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Schweizer Politik zeigt sich erschüttert nach tödlichem Busbrand
Die Schweizer Politik reagierte entsetzt auf das Unglück. Im etwa 26 Kilometer entfernten Bern gedachten beide Kammern des Parlaments der Todesopfer, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. „Dieses tragische Ereignis erschüttert nicht nur eine Region, einen Kanton, sondern weit darüber hinaus“, sagte Nationalratspräsident Pierre-André Page.
Der Busbrand folgt auf das Silvester-Inferno von Crans-Montana, das weiterhin die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz beschäftigt. Zum Jahreswechsel brach in einer Bar ein verheerender Brand aus. Es gab 41 Todesopfer, Dutzende Menschen wurden verletzt. „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH (Schweiz, Anm. d. Red.) bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind“, schrieb Bundespräsident Guy Parmelin auf der Plattform X. mit dpa






