Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht ist am Montag auch der ehemalige Sicherheitschef der Gemeinde befragt worden. Er sei bis 2024 für die Sicherheits- und Brandschutzkontrollen in der Bar „Le Constellation“ zuständig gewesen, heißt es in Schweizer Medien. Demnach sei die Bar, in der sich das Unglück ereignet hatte, seit 2019 nicht mehr kontrolliert worden. Die Ermittler wollten von dem Mann wissen, warum das der Fall war.

Auch gegen den ehemaligen und den aktuellen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde werde inzwischen ermittelt, so die zuständige Staatsanwaltschaft. Der aktuelle Sicherheitsverantwortliche ist bereits am Freitag erstmals befragt worden. Er sagte Medienberichten zufolge aus, er habe nicht genug Personal für die erforderlichen Sicherheits- und Brandschutzkontrollen gehabt. Zuerst würden daher Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeheime geprüft. Dann erst seien Hotels an der Reihe – und zuletzt Betriebe wie Bars.

Crans-Montana: Fehlten Sicherheitschefs der Gemeinde jahrelang wichtige Unterlagen?

Die Brandschutzkontrollen sollen laut dem ehemaligen Sicherheitschef der Gemeinde außerdem jahrelang nicht erfolgt sein, weil es einen Streit mit einem externen IT-Fachmann gegeben haben soll. Wie Schweizer Medien berichten, habe die Gemeinde dadurch den Zugriff auf wichtige Daten verloren. Auch Schulen seien deshalb lange nicht überprüft worden, sagte der Mann demnach am aus. Vor dem Risiko, dass die dem Informatiker anvertrauten Daten in die Hände von Dritten gelangen könnten, hatten Schweizer Datenschützer bereits 2022 gewarnt, heißt es im Sender SRF.

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Bei dem Feuer in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana in der Silvesternacht waren 41 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte von ihnen waren Jugendliche. 115 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen erlitten schwerste Verbrennungen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden. Gegen die aus Frankreich stammenden Betreiber der Bar wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt.

viv/dpa