Diese Geschichte liest sich wie ein schlechtes Drehbuch. Sie wurde jedoch von keinem Autor verfasst, sondern im Zuge der Offenlegung der sogenannten Epstein-Akten veröffentlicht. Der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein pflegte einen engen Kontakt zum Microsoft-Gründer und Tech-Milliardär Bill Gates. Wie eng dieser Kontakt aber wirklich war, wird erst nach und nach klar. So taucht der Name von Bill Gates laut US-Medien wie „New York Times“ in zwei brisanten E-Mails auf, die Epstein offenbar im Sommer 2013 an sich selbst geschickt hat.
Der Inhalt sorgt für Diskussionen, denn darin steht, dass Gates versucht haben soll, eine sexuell übertragbare Krankheit vor seiner Frau Melinda zu verbergen. So schreibt Epstein, Gates habe dies „nach dem Sex mit russischen Mädchen“ gehabt. Epstein persönlich habe Gates dann Antibiotika besorgt. Um welche sexuell übertragbare Krankheit es sich hierbei handelte, wird in den Mails nicht genannt. Chlamydien und Gonorrhö (Tripper) gehören aber weltweit zu den weitverbreiteten Geschlechtskrankheiten, die mit Antibiotika behandelt werden können.
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Doch diese Erzählung ist noch nicht die brisanteste. So schreibt Epstein in einer weiteren Mail: „Du bittest mich inständig, die E-Mails bezüglich deiner Geschlechtskrankheit, deine Bitte, dir Antibiotika zu besorgen, die du heimlich Melinda geben kannst, und die Beschreibung deines Penis zu löschen.“ Mit „Melinda“ dürfte die Ex-Frau von Bill Gates gemeint sein, die sich im Jahr 2021 von Microsoft-Gründer scheiden ließ.
Bill Gates dementiert Anschuldigungen: „Absurde und falsche Behauptungen“
Bill Gates war bereits im Dezember auf veröffentlichten Bildern aus den Epstein-Akten zu sehen. Eines zeigt ihn mit einer jungen Frau, deren Gesicht durch die Fotozensur geschwärzt war. Wer die junge Frau war, ist also nicht bekannt, doch Bill Gates dementiert seit jeher, etwas von den Machenschaften von Epstein gewusst zu haben.
Auch nach der jüngsten Veröffentlichung erklärte Gates‘ Stiftung, es handele sich um „absolut absurde und vollkommen falsche Behauptungen“ eines „erwiesenen, verbitterten Lügners“. Die reine Nennung in den Epstein-Akten ist tatsächlich kein Hinweis auf ein Fehlverhalten oder ein Grund für die strafrechtliche Verfolgung.

Auch wenn Bill Gates sich nicht weiter zu den neuen Vorwürfen äußern möchte – seine Ex-Frau Melinda tut es. Sie sprach am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Sender NPR von „sehr, sehr schmerzhaften Zeiten“ in ihrer Ehe – und zeigte sich zugleich erleichtert, heute Abstand von dem Komplex zu haben: „Ich bin sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein“, sagte sie. Die Ehe der beiden endete 2021 nach 27 Jahren.
Melinda Gates: „Diese Fragen sind für meinen Ex-Ehemann bestimmt“
Die Berichte über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seien für sie schwer zu ertragen. „Kein Mädchen sollte jemals in eine Situation gebracht werden, wie sie von Epstein und den verschiedenen Personen in seinem Umfeld verursacht wurde“, sagte Melinda French Gates. Die Details lösten bei ihr vor allem „unermessliche Trauer“ aus. Sie betonte, sie habe für sich einen Schlussstrich gezogen und befinde sich heute an einem „unerwartet schönen Punkt“ in ihrem Leben. Offene Fragen zu den damaligen Kontakten beträfen andere. „Diese Fragen sind für diese Personen und sogar für meinen Ex-Ehemann bestimmt. Sie müssen Antworten auf diese Fragen geben, nicht ich.“
Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er starb 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society und Politik-Kreise hatte. mit dpa




