Sein Erbe schien eigentlich sorgfältig geplant zu sein – doch nun droht das Nachlass-Drama. Das Erbe von Mode-Ikone Karl Lagerfeld, verstorben mit 86 Jahren, könnte neu verteilt werden. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll sein Testament angefochten worden sein. Steht der millionenschwere letzte Wille tatsächlich auf der Kippe?

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Lagerfeld-Testament: Erben droht ein Rechtsstreit um Millionenvermögen

Lagerfeld hatte 2016 ein Testament verfasst und darin genau festgelegt, wer einen Teil seines riesigen Vermögens – geschätzt rund 200 Millionen Euro – erhalten soll. Zu den Haupterben sollten laut seiner letzten Verfügung Lagerfelds Assistent Sébastien Jondeau, sein Patenkind Hudson Kroenig, die Models Brad Kroenig und Baptiste Giabiconi gehören. Doch jetzt soll genau dieses Testament im Zentrum eines möglichen Rechtsstreits stehen. Die Nachkommen, die Lagerfeld eigentlich enterbt hatte, könnten plötzlich zum Zug kommen.

In dem Fall, dass das Testament für ungültig erklärt wird, greifen laut französischem und monegassischem Recht die Regeln der gesetzlichen Erbfolge. Da der berühmte Designer unverheiratet und kinderlos starb, würden sein Vermögen dann die Neffen und Nichten erben – darunter auch Thoma Gräfin von der Schulenberg, die Tochter seiner verstorbenen Schwester Thea.

Karl Lagerfeld, 1977
Modedesigner Karl Lagerfeld in Japan im Jahr 1977.© picture alliance / Michael Holtz/Photo12 | Michael Holtz

Katze Choupette lebt weiter bei Lagerfelds Haushälterin

Eine bleibt von diesem ganzen Erbstreit unberührt: Choupette, Lagerfelds geliebte Birma-Katze. Sie lebt weiterhin bei Lagerfelds früherer Haushälterin Françoise Caçote. Bereits zu Lebzeiten hatte Lagerfeld Choupette ein Haus in Frankreich und ein eigenes Bankkonto gesichert.

Warum das Testament nun gerichtlich angefochten wird, ist unklar. In Frankreich und Monaco können Testamente aufgehoben werden, wenn vermutet wird, dass der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung nicht geschäftsfähig war.

Lagerfeld-Erbe: Finanzamt fordert Millionen-Steuerrückzahlung

Neben den Sorgen um das Millionen-Erbe, belastet Lagerfelds Erben auch ein Steuerkonflikt. Berichten des Luxus-Newsletters Glitz.paris zufolge fordert das Finanzamt zwischen 20 und 40 Millionen Euro an Steuerzrückzahlungen. Offenbar war Lagerfelds hauptsächlicher Wohnsitz in Paris und nicht in Monaco. Das hätte deutlich höhere Steuersätze bedeutet.

Der Nachlassverwalter Christian Boisson schweigt unterdessen unter Verweis auf seine Schweigepflicht und äußerte sich bisher nicht zu den offenen Fragen.