Der staatliche spanische Wetterdienst Aemet warnt eindringlich: Am Mittwoch (28.1.) sollen bis zu fünf Meter hohe Riesenwellen auf die Küsten der Kanarischen Inseln treffen. Besonders betroffen seien der Norden von Teneriffa und Gran Canaria sowie Lanzarote, Fuerteventura, La Palma und El Hierro. Einzig für La Gomera wurde keine Warnung der Stufe Gelb ausgesprochen. Auch für Donnerstag wird mit starkem Wellengang gerechnet.

Grund für die hohen Wellen ist laut den Meteorologen von Aemet ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik. Regelmäßig werden die Kanaren in den Wintermonaten von teils heftigen Stürmen heimgesucht. Rettungsdienste auf den Inseln warnen besonders Touristen eindringlich davor, die Gefahr zu unterschätzen. Erst im November waren 17 Menschen von meterhohen Wellen ins Meer gerissen worden, vier ertranken.

Lanzarote: Badegäste ignorieren Warnungen

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Retter alle Hände voll zu tun gehabt. Badegäste hatten Absperrungen an gefährdeten Küstenabschnitten ignoriert und waren trotz Warnung ins Meer gegangen. Im Gemeindegebiet von Yaiza auf Lanzarote gerieten bei starker Strömung und hohem Wellengang vier Schwimmer gleichzeitig in Seenot. Zwei konnten sich nach Berichten lokaler Medien selbst an Land retten, ein weiterer Schwimmer wurde von Rettungskräften aus dem Atlantik gefischt. Von einem vierten fehlt jede Spur. Er sei von einer sieben Meter hohen Welle regelrecht verschluckt worden, heißt es in einem Medienbericht.

Auch auf Teneriffa waren zwei Schwimmer in der Gemeinde La Guancha in einem schwer zugänglichen Gebiet in Not geraten. Seenotretter konnten die beiden bergen und an Land bringen, wo sie medizinisch versorgt wurden. Auf La Gomera wurde am Sonntag vor der Küste der Hauptstadt San Sebastián die Leiche eines 48 Jahre alten Mannes entdeckt. Lokale Medien berichten, die Guardia Civil habe Ermittlungen aufgenommen.

tok