- Durch den Wintereinbruch in den USA starben mindestens 30 Menschen, teils durch Unterkühlung und witterungsbedingte Unfälle.
- Über 550.000 Haushalte, vorwiegend im Süden, waren von Stromausfällen betroffen.
- Extreme Kälte mit Temperaturen bis zu minus 45 Grad Celsius und Stromausfälle bedrohen die Bevölkerung.
- Die Verformung des Polarwirbels könnte laut Wissenschaftlern mit dem Klimawandel zusammenhängen.
Heftiger Wintereinbruch in den USA: Mindestens 30 Menschen sind bisher ums Leben gekommen. Ursache waren Unterkühlungen sowie witterungsbedingte Unfälle, darunter Verkehrsunfälle, Vorfälle beim Schlittenfahren und Unfälle mit Schneepflügen, wie US-Behörden und Medien am Dienstag (Ortszeit) mitteilten. Die jüngste Opferbilanz umfasste auch sieben Passagiere eines abgestürzten Kleinflugzeugs im Bundesstaat Maine.
Schwerer Schneefall führte zu massiven Stromausfällen, besonders im Süden. In 20 Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington wurde der Notstand ausgerufen. Ein Problem für die Energieversorgung ist die Last des Schnees und Eises auf den oberirdischen Leitungen. Auch umknickende Bäume können die Versorgung unterbrechen. Durch fehlende Beheizung des Wassers steige zusätzlich die Gefahr, dass häusliche Rohre in der Kälte bersten, warnten Meteorologen des Senders CNN.

Laut der Internetseite Poweroutage.com waren am Montagabend noch immer weit mehr als 550.000 Haushalte, vorrangig im Süden der USA, ohne Strom. Im Bundesstaat Tennessee waren fast 200.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, in Mississippi mehr als 147.000 Haushalte.
Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte im Onlinedienst X, die Temperaturen in weiten Teilen des Nordens der USA könnten „bis zum 1. Februar durchgehend unter dem Gefrierpunkt“ liegen. Zudem stellten „rekordverdächtig niedrige Temperaturen heute Nacht im Süden“ angesichts des anhaltenden Stromausfalls eine Gefahr dar.
Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert
Trump: „Könnten die Klima-Aufrührer mir bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?“
Die Kaltfront zog am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA. Bundesstaaten von Texas über North Carolina sowie die Ostküstenstädte Washington und New York waren betroffen.

Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte im Vorfeld vor einem „historischen Wintersturm“ gewarnt. Die Meteorologen gehen davon aus, dass mindestens 160 Millionen Menschen im ganzen Land betroffen sein werden. Die Behörden riefen deswegen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In nördlichen Bundesstaaten wurde vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen gewarnt.
Auch US-Präsident Donald Trump mahnte die Bürger zu Vorsicht. „Bleiben Sie sicher und bleiben Sie warm“, erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump nahm den heftigen Wintereinbruch zudem zum Anlass, erneut seine Zweifel am menschengemachten Klimawandel zu äußern: „Könnten die Klima-Aufrührer mit bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?“, schrieb er.

Dabei vermuten Wissenschaftler, dass die extreme Wetterlage in den USA, die durch eine Verformung des Polarwirbels ausgelöst wurde, wohl mit dem Klimawandel zusammenhängt, da dabei kalte Luft aus der Arktis nach Süden strömt.
Trump zweifelt indes immer wieder die Existenz des Klimawandels an. Der Republikaner sprach vor Monaten etwa von dem „größten Betrug“. Auch in seiner zweiten Amtszeit bleibt er damit bei seiner Meinung, die sämtlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegensteht.
News aus den USA
Große Herausforderungen für Reisende – Tausende Flüge gestrichen
An mehreren großen Flughäfen wie in Washington, Philadelphia und New York waren am Wochenende fast alle Flüge gestrichen worden. Der Internetseite Flightaware.com zufolge fielen seit Samstag landesweit mehr als 19.000 Flüge aus. Airlines wie United und Delta boten ihren Passagieren an, ihre Reise umzubuchen oder zu einem anderen Zeitpunkt anzutreten.

Auch die Lufthansa hat zahlreiche Flüge von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag waren nach Angaben einer Sprecherin Verbindungen nach Washington, New York, Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An zahlreichen weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die betroffenen Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative Reisemöglichkeiten informiert.
Auch Kanadas Metropole Toronto ruft zur Vorsicht auf
Auch der Osten Kanadas erlebt aktuell die eher extremen Auswüchse des Winters. Vor allem die Großstadt Toronto rechnet mit weiteren Schneefällen von bis zu 60 Zentimetern, wie die Zeitung „Toronto Star“ schrieb. Mehrere Universitäten und Schulen blieben vorsorglich geschlossen. Schon am Sonntag hatte die Stadtverwaltung die Menschen dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben und die Wohnungen nur für die allernötigsten Erledigungen zu verlassen.
dpa/afp/bee/ra/jcst









