Andre Yarham aus Dereham in Norfolk ist Ende Dezember im Alter von nur 24 Jahren an einer seltenen Form der Demenz gestorben. Bei ihm wurde kurz vor seinem 23. Geburtstag eine frontotemporale Demenz diagnostiziert, die auf eine Proteinmutation zurückgeführt wird. Diese Form der Krankheit greift vor allem Bereiche des Gehirns an, die für Verhalten, Persönlichkeit und Sprache verantwortlich sind, und ist deutlich seltener als Alzheimer.

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Die ersten Veränderungen im Verhalten Yarhams fielen der Familie im November 2022 auf. Der junge Mann wirkte zunehmend vergesslich, traf ungewöhnliche Entscheidungen und zeigte untypisches Verhalten im Alltag. „Er ging eines Tages in die Stadt, um etwas zu besorgen, oder sollte eigentlich in den Laden gehen und entschied sich stattdessen, einfach den Bus zu nehmen“, erinnert sich seine Mutter Samantha Fairbairn laut der BBC.

Demenz: Gehirn im Zustand eines 70-Jährigen

Untersuchungen am Norfolk and Norwich University Hospital zeigten eine auffällige Schrumpfung seines Gehirns, bevor die endgültige Diagnose im Addenbrooke’s Hospital in Cambridge gestellt wurde. Ärzte beschrieben den Zustand seines Gehirns als vergleichbar mit dem eines 70-Jährigen.

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Nach der Diagnose verschlechterte sich Yarhams Gesundheitszustand rasch. Bis zum September 2025 war er noch in der Lage, kurze Spaziergänge zu machen. Danach war er auf umfassende Pflege angewiesen und innerhalb weniger Wochen auf einen Rollstuhl angewiesen. „Er ging im September letzten Jahres selbst in das Pflegeheim – sehr langsam, aber er ging. Und innerhalb von etwas mehr als einem Monat saß er im Rollstuhl“, berichtet Fairbairn. Einen Monat vor seinem Tod verlor er die Fähigkeit zu sprechen, konnte aber noch Laute von sich geben und lachen. „Demenz ist eine grausame, grausame Krankheit“, so die Mutter.

Derzeit keine Heilung für Frontotemporale Demenz

Frontotemporale Demenz tritt meist zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr auf, bei einigen Patienten wie Yarham kann sie jedoch auch deutlich früher beginnen. Sie unterscheidet sich von anderen Demenzformen dadurch, dass Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten zunächst weniger im Vordergrund stehen. Typische Symptome sind Veränderungen im Verhalten, Verlust von Motivation, unpassendes Verhalten, Kommunikationsprobleme sowie langsamer werdende Bewegungen. Häufig besteht eine genetische Verbindung, sodass auch Familienangehörige betroffen sein können. Ein Gentest kann Aufschluss darüber geben, ob ein Risiko besteht.

Da es derzeit keine Heilung für frontotemporale Demenz gibt, konzentriert sich die Forschung auf die Verbesserung von Diagnosemöglichkeiten, Symptombehandlung und Betreuung. Das gespendete Gehirn Yarhams wird am Addenbrooke’s Hospital untersucht, um mehr über die Entstehung der Erkrankung und mögliche zukünftige Therapieansätze herauszufinden.

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Die Familie hofft, dass die Organspende anderen Betroffenen und deren Angehörigen in Zukunft wertvolle Zeit schenken kann. Mit der öffentlichen Darstellung von Yarhams Leidensweg soll zudem das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Demenz kein Alter kennt und auch junge Menschen treffen kann. „Wenn das in Zukunft auch nur einer Familie ein paar Jahre mehr mit ihrem geliebten Menschen schenkt, dann wäre es das wert“, sagt Fairbairn.