Auf Grundlage früherer Entdeckungen haben ehrenamtliche Archäologen ein Waldgebiet bei Arisdorf im Nordwesten der Schweiz erneut untersucht – und dabei bedeutende Funde gemacht. Geborgen wurden kostbare Artefakte aus Gold, die in das 3. Jahrhundert vor Christus datiert und der keltischen Kultur zugeschrieben werden.

Seltene Entdeckung: Archäologen finden kostbare Artefakte

Bereits im Jahr 2023 gelang Archäologen in einem Moorgebiet nahe Arisdorf eine außergewöhnliche Entdeckung. Damals wurden insgesamt 34 keltische Silbermünzen geborgen, die in den Zeitraum zwischen etwa 80-70 v. Chr. datieren. Dieser bemerkenswerte Fund veranlasste zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Büros „Archäologie Baselland“, die Region erneut systematisch nach weiteren archäologischen Hinterlassenschaften zu untersuchen.

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Diese Annahme bestätigte sich im Jahr 2025, als Wolfgang Niederberger und Daniel Mona zwei besonders wertvolle Artefakte entdeckten. Es handelt sich um seltene keltische Goldmünzen, konkret um einen Stater und einen Viertelstater. Die numismatischen Analysen ergaben ein Gewicht von 7,8 Gramm beziehungsweise 1,86 Gramm. Aufgrund ihrer Seltenheit zählen diese Stücke zu den bedeutendsten Goldmünzfunden in der Schweiz, wo bislang lediglich rund zwanzig Exemplare dieser Art nachgewiesen wurden.

Goldschatz hat sein Vorbild in Griechenland

Die Forscher gehen davon aus, dass die Münzen griechische Vorbilder haben und durch keltische Söldner in ihre Herkunftsregionen gelangten. Auf dieser Grundlage entwickelte sich eine eigenständige keltische Münzprägung, aus der auch die nun entdeckten wertvollen Objekte hervorgingen. Die Münzen zeigen auf einer Seite den Kopf des griechischen Gottes Apollo und auf der anderen einen Pferdewagen, ein Motiv, das bereits auf Prägungen des makedonischen Königs Philipp II. aus dem Zeitraum (359-336 v. Chr.) zu bewundern ist.

Gleichzeitig integrierten die Kelten charakteristische eigene Gestaltungselemente in die Münzbilder. Dazu zählt unter anderem das dreifache Spiralmotiv, die sogenannte Triskele, die als typisches Symbol der keltischen Kultur gilt. Diese Kombination aus mediterranen Vorbildern und regionalen Stilmerkmalen verdeutlicht den kulturellen Austausch und die kreative Anpassung innerhalb der keltischen Münzkunst.

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Dienten die Münzen als Opfergabe?

Der konkrete Zweck der Münzen ist bislang ungeklärt. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr erscheinen sie aufgrund ihres hohen materiellen Wertes ungeeignet, sodass alternative Funktionen in Betracht gezogen werden. Möglich ist, dass die Goldmünzen als Mitgift, als Prestigeobjekte oder als diplomatische Geschenke verwendet wurden. Auch der Fundort eröffnet weitere Interpretationsansätze. Keltische Goldmünzen werden häufig in der Nähe von Gewässern, Mooren oder anderen als heilig geltenden Grenzlandschaften entdeckt. Das durch natürliche Dolinen entstandene Moor von Bärenfels fügt sich in dieses bekannte Muster ein.

Vor diesem Hintergrund ist es denkbar, dass die Münzen bewusst als Votivgaben für Gottheiten niedergelegt wurden. Eine abschließende Deutung lässt sich derzeit jedoch nicht treffen. Aufgrund ihrer Seltenheit und ihres außergewöhnlichen Wertes werden die Goldmünzen gemeinsam mit den zuvor geborgenen Silbermünzen ab März 2026 im Rahmen einer Sonderausstellung in Basel der Öffentlichkeit präsentiert.