Fast fünf Jahre lang war Dackel Choco aus ihrem Leben verschwunden – doch aus den Gedanken seiner Halterin Patricia Orozco war er nie fort. „Ich habe mich ständig gefragt, ob er noch lebt, ob er wohlauf ist und ob er gut behandelt wird“, erzählte die 29-Jährige aus Sacramento, Kalifornien jüngst der „Washington Post“ (WP).

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Choco taucht nach fünf Jahren 3.700 Kilometer entfernt wieder auf

Choco, ein drahthaariger Dackel-Mix, war demnach 2016 aus einem Tierheim in Sacramento zu Orozco gekommen. Als er im Mai 2021 entlief und nicht zurückkehrte, begann eine verzweifelte Suche: Plakate, Anfragen bei Tierheimen, Hoffen – und schließlich Abschiednehmen. „Es war wie Trauer“, erklärte Orozco gegenüber der Zeitung. Seitdem habe sie keinen Hund mehr gehabt.

Choco in 2016, kurz nachdem Patricia Orozco ihn adoptierte.
Choco in 2016, kurz nachdem Patricia Orozco ihn adoptierte.© Patricia Orozco | Patricia Orozco

Völlig unerwartet sei irgendwann die Nachricht eines Mikrochip-Unternehmens eingetroffen: Man habe Choco gefunden – in Lincoln, Michigan, mehr als 3700 Kilometer von seinem früheren Zuhause entfernt. „In diesem Moment hatte ich das Gefühl, mein Herz fällt mir zu Boden“, sagte Orozco der WP.

Hilfswelle auf Facebook bringt Hündchen Choco zurück zu seiner Familie

Ende November sei Dackel Choco an einen Zaun vor einem Tierheim im US-Bundesstaat Michigan angebunden worden. Nachdem Orozco Fotos und Identifikationsunterlagen übermittelt hatte, habe kein Zweifel mehr bestanden: Es sei tatsächlich ihr Hund gewesen. Doch wie sollte Choco nach Hause kommen? Mit zwei kleinen Kindern, darunter ein vier Monate altes Baby, schien die Reise kaum zu bewältigen.

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Orozco startete einen Aufruf bei Facebook – und löste damit eine Kette von Hilfsbereitschaft aus. Cindy Walden vom Tierschutzverein Helping Paws and Claws meldete sich, heißt es in dem Bericht. Flugtickets waren teuer, also organisierten sie einen Spendenaufruf. Weitere Helfer schlossen sich an – eine besonders großzügige Unterstützerin spendete sogar ihre Flugmeilen.

Helferin Penny Scott und Choco am Flughafen.
Helferin Penny Scott und Choco am Flughafen.© Helping Paws and Claws | Helping Paws and Claws

Dackel Choco reist 14 Stunden mit Tierschützerin nach Michigan

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Schließlich habe sich Penny Scott, ehrenamtliche Tierschützerin aus Sacramento, bereit erklärt, Choco persönlich abzuholen. Am 2. Dezember flog sie über Denver nach Detroit, nahm den knapp 7 Kilogramm schweren Dackel am Flughafen in Empfang und reiste mit ihm weiter. Wegen einer Flugverspätung verbrachten die beiden fast 14 Stunden am Flughafen Chicago O’Hare. „Er war unglaublich ruhig“, sagte Scott der WP. „Kein Jammern, kein Knurren. Er lief brav an der Leine durch den Flughafen.“

Wie Choco von Kalifornien nach Michigan gelangte, weiß bis heute niemand. Ob er zwischendurch bei Menschen lebte oder auf sich allein gestellt war, bleibt ein Rätsel. Sicher ist nur: Der mittlerweile elfjährige Hund, der laut seiner Besitzerin die kalifornische Sonne liebt und Kälte hasst, hat eine erstaunliche Reise hinter sich.

Emotionales Wiedersehen nach Jahren der Trennung

Am 3. Dezember seien Scott und Choco schließlich in Sacramento gelandet. Als sie ihn vor Orozcos Haus absetzte, habe der Hund nicht einen Moment gezögert. „Er ging sofort zu ihr“, erzählt Scott. „Er wollte nach Hause.“ Für Orozco offenbar ein besonders emotionaler Moment. „Ich dachte nur: Kann mich bitte jemand kneifen?“, so die 29-Jährige im Gespräch mit der WP. „Ich stehe immer noch unter Schock.“

Heute lebt Choco wieder dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Mit den Jahren ist der Dackel zwar etwas ruhiger geworden, an seiner Anhänglichkeit habe sich laut seiner Besitzerin jedoch nichts geändert. Für Orozco gleicht die Rückkehr ihrer Fellnase einem kleinen Wunder, wie sie der Zeitung bestätigt: „Ich bin unendlich dankbar. Worte reichen dafür nicht aus.“

lcz