Sie gilt als eine der schwersten Flutkatastrophen Indonesiens der vergangenen Jahre: Bereits seit Ende November ist die Region von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen, allein im Norden Sumatras im Westen Indonesiens sollen laut Indonesischem Katastrophenschutz BNPB über 1000 Menschen gestorben sein (Stand 13. Dezember).
Doch nicht nur auf Menschen hat die Flut verheerende Auswirkungen: Sie hat nach Angaben von Wissenschaftlern auch den Lebensraum der seltensten Menschenaffen der Welt schwer beschädigt und könnte katastrophale Folgen für die Tierart haben. Die Überschwemmungen könnten das Überleben der Tapanuli-Orang-Utans in freier Wildbahn gefährden, warnten Forscher am Freitag.
Tapanuli-Orang-Utans
Tapanuli-Orang-Utans bilden gemeinsam mit den Sumatra-Urang-Utans und den Borneo-Orang-Utans die gesamte Gattung der Orang-Utans. In freier Wildbahn werden sie bis zu 40 Jahre alt. Laut Natur- und Umweltschutzorganisation WWF sind sie die seltenste und gleichzeitig die wahrscheinlich am stärksten bedrohte Menschenaffenart der Welt (und werden laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt).
Die erst 2017 als eigene Art eingestuften Tapanuli-Orang-Utans sind sehr selten. In freier Wildbahn gibt es weniger als 800 Tiere, die in einem bergigen Waldgebiet der indonesischen Insel Sumatra leben.
Nach Angaben von Artenschützern wurde in dem Gebiet nach den Überschwemmungen bereits ein toter Tapanuli-Orang-Utan gefunden. Es sei zu befürchten, dass zwischen sechs und elf Prozent der Orang-Utans ums Leben gekommen seien, sagte der Experte Erik Meijaard der Nachrichtenagentur AFP. Bereits eine Sterblichkeitsrate von einem Prozent der ausgewachsenen Tiere könne zum Aussterben der Art führen.
„So etwas habe ich in den 20 Jahren, in denen ich die Entwaldung Indonesiens bereits auf Satellitenbildern verfolge, noch nie gesehen.“
David Gaveau, Naturschützer
Satellitenbilder zeigen laut Meijaard massive Zerstörung in der Berglandschaft, in der die Orang-Utans zu Hause sind. Eine Flut aus Schlamm, Bäumen und Wasser habe alles in ihrem Weg mitgerissen.
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Nach dem Vergleich von Aufnahmen, die das Gebiet vor und nach der Katastrophe zeigen, äußerte sich der Naturschützer David Gaveau erschüttert: „So etwas habe ich in den 20 Jahren, in denen ich die Entwaldung Indonesiens bereits auf Satellitenbildern verfolge, noch nie gesehen“, sagte er AFP.
Experten fordern sofortige Erkundungen in der Tapanuli-Region sowie die Ausweitung von Schutzgebieten und die Wiederherstellung von Tieflandwäldern.
afp/ljs





