Wenn Politik die Kunst entdeckt, bleibt die Freiheit oft auf der Strecke. Beim nächsten ESC, dem populären Schlagerwettstreit mit Millionenquoten, weicht die Freiheit sogar einem staatlichen Antisemitismus, der uns alle erschrecken muss.
Die Absage des Eurovision Song Contests durch Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande wegen einer Beteiligung israelischer Künstler ist ein Tiefpunkt in Europas Kulturpolitik. Die jeweiligen öffentlich-rechtlichen Anstalten, die die Verantwortlichen für den Wettbewerb sind, setzen willfährig eine Politik ihrer Regierungen durch, die man nur als antisemitisch bezeichnen kann.
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Boykott beim ESC: Israel-Kritik berechtigt, aber Absage ist vor allem Strafe für Künstler und Künstlerinnen
Kritik an Israels Regierung ist jederzeit berechtigt und dafür gibt es geeignete Foren. Aber mit der Absage des Wettbewerbs versucht man, Künstlerinnen und Künstler zu bestrafen, nur weil sie für Israel singen. Gleichzeitig hetzt man die vielen jungen Musikfans auf.

Damit vergeht man sich nicht nur an der Freiheit der Kunst, sondern diskriminiert auch plump Jüdinnen und Juden. Auf der Showbühne singt schließlich nicht Regierungschef Benjamin Netanjahu. Es singen Künstler wie Yuval Raphael, die beim jüngsten ESC auf den zweiten Platz kam. Die junge Sängerin hatte das Massaker der Hamas nur überlebt, weil sie sich acht Stunden lang unter den Leichen ihrer Freunde vor den Terroristen verstecken konnte. Wie wird sie wohl über diese Entscheidung denken?
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Der unappetitliche Boykott ist aber nicht nur ungerecht gegenüber Künstlerinnen und Künstlern aus Israel. Mit ihm verkommt der Eurovision Song Contest endgültig zu einem politischen Ersatz-Schlachtfeld und ist damit für die Zukunft so gut wie erledigt.





