Im Maßregelvollzug Brandenburg/Havel soll ein Kind missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt wegen des „Tatvorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern“, wie eine Sprecherin mitteilte. Auch eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sprach von einem „gravierenden Vorfall im Maßregelvollzug Brandenburg an der Havel“.
Mittlerweile sind weitere Details ans Licht gekommen. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) wollen aus mehreren Quellen erfahren haben, wie das Kind, offenbar ein Mädchen, in die Klinik gelangt sei. Demnach soll es mehrmals mit der eigenen Mutter die forensische Psychiatrie besucht haben. Die Mutter soll die neue Partnerin des vermeintlichen Täters sein. Zudem ist nun bekanntgeworden, dass der Tatverdächtige noch immer in der Einrichtung untergebracht ist.
Schwerer Missbrauchsverdacht im Maßregelvollzug Brandenburg an der Havel
Der Missbrauchsverdacht führte bereits am Donnerstagabend zu personellen Konsequenzen. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, hat das zuständige Ministerium für Gesundheit und Soziales die Beschäftigungsverhältnisse der ärztlichen Leitung der Klinik für forensische Psychiatrie des Asklepios Fachklinikums Brandenburg mit sofortiger Wirkung beendet.
Noch sind viele Details unklar, jedoch soll der mutmaßliche Missbrauch nach Angaben der „Potsdamer Neuen Nachrichten“ bereits vor mehreren Monaten stattgefunden haben. Das Opfer sei demnach zum Tatzeitpunkt jünger als 14 Jahre gewesen, da die Staatsanwaltschaft vom Vorwurf des Missbrauchs von Kindern spricht.
Straftäter mit psychischer Erkrankung im Maßregelvollzug untergebracht
In der gesicherten Einrichtung sind Straftäter mit einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung untergebracht. Das Ministerium sei zeitgleich mit dem Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) am 3. November informiert worden, informierte das Gesundheitsamt.
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Kind im Maßregelvollzug missbraucht? Strafanzeige von Ministerium
Es seien „unverzüglich Maßnahmen zur schnellen Aufklärung ergriffen“ worden. Zudem habe es am 4. und 6. November vor Ort „anlassbezogene Prüfungen in der betroffenen Klinik“ gegeben. Am 10. November habe das Ministerium bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet.
Weitere Details nannten weder das Ministerium noch die Staatsanwaltschaft. „Im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten werden derzeit keine weitergehenden Auskünfte erteilt“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Viele Fragen sind offen
Damit bleiben zunächst viele Fragen offen – etwa, wie das Kind in die Einrichtung gelangte. Und gegen wen ermittelt wird. Nach Informationen der PNN soll es bereits vor mehreren Monaten zu dem Vorfall gekommen sein. Der Missbrauchsverdacht richtet sich nach Informationen der Zeitung gegen Patienten, nicht gegen Beschäftigte der Klinik.
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Im Maßregelvollzug werden Straftäter untergebracht, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht oder nur vermindert schuldfähig sind. Die Menschen sollen in der forensischen Psychiatrie behandelt und die Öffentlichkeit vor ihnen beschützt werden. Im Land Brandenburg gibt es zwei solcher Einrichtungen. Am Standort Brandenburg/Havel können laut Ministerium 131 Patienten untergebracht werden.
dpa




