Für Frank-Walter Steinmeier sind Staatsbesuche teil seines Jobs, quasi Alltag. Doch diese Reise hat historische Dimensionen. Denn zum ersten Mal seit 27 Jahren hat mit Steinmeier ein Bundespräsident das Vereinigte Königreich besucht. Zuletzt war diese Ehre vor rund 27 Jahren Roman Herzog zuteilgeworden.

Empfangen wurden Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender auf Schloss Windsor von König Charles III. und Königin Camilla, begleitet von militärischen Ehren. Bereits am Vormittag hatten das deutsche Staatsoberhaupt und seine Frau bei sonnigem Wetter an einer Kutschprozession mit dem Königspaar sowie Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate durch die Kleinstadt westlich von London teilgenommen.

Hunderte Zuschauende säumten die Straßen, als König Charles und Steinmeier in der „Irish State Coach“, begleitet von berittenen Gardesoldaten, vorbeifuhren. Elke Büdenbender und Königin Camilla folgten in einer weiteren Kutsche. Eine dritte Kutsche teilten sich Prinz William und Prinzessin Kate mit der Chefin des Bundespräsidialamts, Dörte Dinger, sowie dem deutsch-britischen Europaabgeordneten David McAllister (CDU).

KATE und WILLIAM begrüßen FRANK-WALTER STEINMEIER in London
Bundespräsident Steinmeier und seine Frau werden am Flughafen von Prinz William und Prinzessin Kate empfangen.© ddp/Camera Press/ROTA | ROTA

Auffahrunfall in Präsidentenkolonne sorgt für kurze Schrecksekunde

Doch nicht alles lief glatt: Für einen kurzen Schreck sorgte ein Auffahrunfall innerhalb der Fahrzeugkolonne des Bundespräsidenten auf dem Weg nach Windsor, bei dem mehrere Wagen beschädigt wurden. Die Fahrt konnte jedoch fortgesetzt werden – Steinmeier, der in einem Bentley unterwegs war, war selbst nicht betroffen.

Steinmeier äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich und sieht beide Staaten nach den schwierigen Jahren des Brexits wieder auf Annäherungskurs. Man habe inzwischen gelernt, konstruktiver mit den veränderten Bedingungen umzugehen, erklärte er vor seiner Abreise. Es sei wichtig, enger zusammenzuarbeiten – und beide Regierungen in Berlin und London engagierten sich dafür. Er betonte, dass die deutsch-britische Freundschaft für beide Seiten von besonderer Bedeutung sei.

lcz mit afp/dpa