Die Sonne bietet an diesen dunklen Dezembertagen ein Schauspiel, das Astronomen weltweit begeistert. Eine außergewöhnlich große Gruppe von Sonnenflecken hat sich auf der westlichen Seite der sichtbaren Sonnenscheibe aufgebaut – und richtet sich direkt auf die Erde aus. Fachleute beobachten die Region aufmerksam, denn sie zählt zu den größten, die in den vergangenen zehn Jahren registriert wurde.
Die aktive Zone, katalogisiert unter den Bezeichnungen AR 4294–4298, hat sich im Laufe der vergangenen Tage zu einem komplexen, weit verzweigten Gebilde entwickelt. Würde man die Erde daneben platzieren, wären mehrere dieser Sonnenflecken größer als unser Planet, dessen Durchmesser rund 12.700 Kilometer beträgt. Nach Angaben des Magazins „Newsweek“ handelt es sich um die größten Sonnenflecken seit einer Dekade. Es wird erwartet, dass von ihnen weitere Sonneneruptionen ausgehen.
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Noch hat die Erdmagnetosphäre keine direkten Treffer abbekommen. Zwar konnte die US-Atmosphärenbehörde „NOAA“ mehrere koronale Massenauswürfe (CME) beobachten, doch bislang bewegten sie sich nicht in Richtung Erde. Die Experten rechnen jedoch damit, dass sich die Lage in den kommenden Tagen ändern könnte. In ihrer Vorhersage heißt es: „Im Laufe der Woche werden sich diese Regionen in günstigere Positionen drehen, sodass möglicherweise Aktivitäten in Richtung Erde stattfinden könnten.“
Sonnenflecken aktuell: Eruption in Richtung Erde – Stromnetze in Gefahr?
Das Portal „SpaceWeather.com“ sieht erhöhte Chancen für kräftige Sonneneruptionen. Die Plattform vergleicht die Fläche der aktuellen Region sogar mit jener, die 1859 das berühmte „Carrington-Ereignis“ ausgelöst hat, den stärksten dokumentierten Sonnensturm der modernen Wissenschaft. Demnach erreicht die derzeit sichtbare Region etwa 90 Prozent der Größe des historischen Sonnenflecks.
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Wer den Himmel im Mitte November beobachtet hat, erinnert sich vielleicht an die aktive Region AR 4274, die damals Polarlichter bis über Deutschland hinaus ausgelöst hat. Inzwischen ist sie deutlich gewachsen und noch aktiver als zuvor. Ob die Intensität ausreicht, um erneut Polarlichter bis in mittlere Breiten zu bringen, ist noch unklar. Sollte jedoch ein stärkerer CME direkt auf die Erde treffen, wären nicht nur farbenprächtige Himmelserscheinungen denkbar. Sonnenstürme können Satelliten in Mitleidenschaft ziehen, Navigationssysteme stören und im Extremfall sogar Stromnetze gefährden.
Auch deshalb wird die Sonnenaktivität derzeit engmaschig überwacht – rund um die Uhr und von Observatorien weltweit.




