Die Suche nach dem verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 soll am 30. Dezember wieder anlaufen, wie das malaysische Verkehrsministerium mitteilte. Damit beginnt ein neuer Abschnitt in der Fahndung nach einem der größten Rätsel der Luftfahrt – mehr als zehn Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Boeing 777 auf dem Weg nach Peking.

Ocean Infinity startet 55-tägige Suche im Indischen Ozean erneut

Ocean Infinity wird die Suche in jenem Teil des Indischen Ozeans wiederaufnehmen, in dem Fachleute derzeit die größten Chancen auf einen Fund sehen. Die Meeresbodenmission ist für insgesamt 55 Tage angesetzt und soll nach Angaben des Verkehrsministeriums in mehreren Etappen erfolgen.

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Die Wiederaufnahme der Suche folgt auf einen herben Dämpfer im Frühjahr dieses Jahres. Malaysias Verkehrsminister Anthony Loke hatte Anfang April bekannt gegeben, dass die jüngste Suchmission vorerst unterbrochen wird – eine unerwartete Wende, nachdem Ocean Infinity die Suche erst wenige Wochen zuvor begonnen hatte und die Vereinbarung mit der Regierung erst kurz zuvor finalisiert worden war.

Laut Angaben der Angehörigen hatte Ocean Infinity die Suche damals „aufgrund saisonaler Wetteränderungen und unvermeidbarer vorheriger kommerzieller Verpflichtungen“ ausgesetzt. Die Ankündigung, erst Ende des Jahres wieder fortzufahren, war ein erneuter Rückschlag für die Familien der Vermissten.

MH370: Das verschwundene Flugzeug gibt Experten weiter Rätsel auf

Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord verschwand am 8. März 2014 spurlos von den Radarschirmen. Zwei Drittel der Passagiere waren Chinesen, die übrigen stammten aus Malaysia, Indonesien, Australien, Indien, den USA, den Niederlanden und Frankreich. Trotz der größten Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt blieb das Wrack bisher unauffindbar.

Die Frage, was mit der Boeing 777 passiert ist und wo das Flugzeug letztendlich abstürzte, beschäftigt nicht nur die Angehörigen: Luftfahrtexperten, Forschende und unzählige Privatleute versuchen seit mehr als einem Jahrzehnt, das Rätsel zu lösen.

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Neue Technologie macht Hoffnung auf MH370-Fund

Der Vertrag mit Ocean Infinity basiert auf dem Prinzip „Kein Fund, keine Gebühr“. Die malaysische Regierung muss dem Unternehmen nur dann eine Zahlung leisten, wenn das Flugzeug gefunden wird. Die Erfolgsgebühr beträgt 70 Millionen US-Dollar.

Dies ist bereits die dritte Suchmission: Zwei vorherige Suchen, die erste unter Leitung der Behörden Australiens, Malaysias und Chinas sowie eine spätere auf Initiative von Ocean Infinity, waren erfolglos. Doch die Technologie hat seitdem große Fortschritte gemacht. Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich darin, das gesunkene argentinische U-Boot ARA San Juan sowie das seit über einem halben Jahrhundert verschollene französische U-Boot La Minerve zu orten.

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MH370-Suche: Vier neue Hotspots rücken in den Fokus der Experten

Die neue Suchregion – ein etwa 15.000 Quadratkilometer großes Gebiet, 1500 Kilometer westlich von Perth in Australien – wurde nach jahrelangen, teils extrem aufwendigen Forschungsarbeiten ausgewählt. Vier Bereiche sind dabei besonders im Visier der Experten:

Ein Areal, das die unabhängigen Forscher Bobby Ulich und Victor Iannello eingebracht haben, liegt etwa 2000 Kilometer westlich von Perth bei 34,2°S 93,8°E. Dieses Gebiet war zuvor bereits teilweise durchsucht worden, sollte laut den Forschern aber erneut untersucht werden.

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Ein weiterer potenzieller Absturzort ist Broken Ridge bei 32,5°S 96,5°E, den der amerikanische Amateurermittler Blaine Gibson und der Ozeanograph Charitha Pattiaratchi von der University of Western Australia favorisieren. Gibson hat in den vergangenen Jahren über 20 Trümmerteile des verschollenen Flugzeugs an den Küsten Afrikas und auf den vorgelagerten Inseln aufgespürt.

Der Luft- und Raumfahrtexperte Jean-Luc Marchand und der pensionierte Pilot Patrick Blelly haben einen Ort bei 35,7°S 93°E ins Gespräch gebracht. Der Luft- und Raumfahrtingenieur Richard Godfrey hat gemeinsam mit Simon Maskell, einem Experten für autonome Systeme an der Liverpool University, einen weiteren Ort vorgeschlagen, den er mit Hilfe von Funksignalen ermittelte. Diese als WSPR (Weak Signal Propagation Reporter) bekannten Signale haben ihm geholfen, eine mögliche Absturzstelle in vier Kilometern Tiefe im Indischen Ozean zu identifizieren – bei 29,128°S 99,934°E. Seine Arbeit stößt allerdings bei einigen Forschenden auf Skepsis.

Es ist bislang unklar, ob Ocean Infinity die bereits im Frühjahr untersuchten Gebiete unmittelbar ausgewertet hat und die Ergebnisse veröffentlichen wird, bevor die neue Suchphase Ende Dezember beginnt.