Unter den Städten, die US-Präsident Donald Trump als Einsatzgebiete für die Nationalgarde auserkoren hat, war Stockton bisher kein Begriff. Das kann sich ändern. Am Samstagabend kam es in der 320.000 Einwohner zählenden Community 60 Kilometer südlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento zu einer Massenschießerei – während einer Kindergeburtstagsfeier. Vorläufige Bilanz: vier Tote, darunter zwei Minderjährige, und mehr als zehn Verletzte.
Der Täter, den Augenzeugen als 1,70 Meter groß und schwarz gekleidet beschrieben, befand sich am Sonntag noch auf der Flucht. Die Tat, so vermutet die Polizei inoffiziell, könnte sich im gewalttätigen Gang-Milieu abgespielt haben. Unter den Gästen sollen die in der Szene bekannten Rap-Musiker MBnel und Fly Boy Doughy gewesen sein, für dessen Tochter die Party ausgerichtet worden sei.
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Schießerei in Stockton: Vier Todesopfer, darunter ein Minderjähriger
Die Schießerei ereignete sich kurz vor 18 Uhr in einem Bankettsaal an der Lucile Avenue, teilte das Sheriff-Büro mit. Der Schauplatz, bekannt als Monkey Space, ist die Heimat des ehemaligen Kudos Children‘s Theater. Ganz in der Nähe ist eine beliebte Eisdiele.
Die Notrufzentrale der Polizei erhielt mehrere Anrufe, in denen Schüsse und zahlreiche Opfer, darunter Jugendliche und Erwachsene, gemeldet wurden. Den am Tatort eintreffenden Beamten wurde mitgeteilt, dass unter den Verletzten ein 9-Jähriger, ein 12-Jähriger und ein 15-Jähriger waren. Ein in sozialen Medien gepostetes Video zeigte eine starke Polizeipräsenz. Sanitäter reanimierten mindestens ein Opfer auf der Straße. Auf dem Boden waren Kleidungsstücke und Trümmer zu sehen. Später bestätigte die Polizei das Alter der Todesopfer: 30, 22, 14 und acht Jahre.
Der Bezirksstaatsanwalt des zuständigen San Joaquin County, Ron Freitas bezeichnete die Tragödie als „unvorstellbar“. „Wenn diese Person gefasst wird, verspreche ich Ihnen, dass ich alle Ressourcen meiner Behörde einsetzen werde, um diese Person zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Freitas, „Gewalt dieser Art hat zu keiner Zeit und in keiner Form Platz, und Kinder sollten nicht durch Waffengewalt und Bandenkriminalität zu Schaden kommen.“
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Stellvertretender Bürgermeister von Stockton: „Mein Herz ist schwer“
Der stellvertretende Bürgermeister von Stockton, Jason Lee, zeigte sich fassungslos: „Heute Abend ist mein Herz schwer, in einer Weise, die schwer in Worte zu fassen ist. Eine Eisdiele sollte niemals ein Ort sein, an dem Familien um ihr Leben fürchten müssen. Gewalt hat mein Leben als junger Mensch geprägt, und zu sehen, wie unsere eigenen Kinder, Eltern und Nachbarn dies durchmachen, erschüttert mich zutiefst.“
Bürgermeisterin Christina Fugazi, verurteilte die Schießerei und bat die Einwohner, sich mit allen Informationen zu melden. „Stockton ist besser als das“, sagte sie nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem die Schüsse fielen. „Wer auch immer das getan hat – wenn Sie ihn kennen – wie der Bezirksstaatsanwalt gerade sagte, rufen Sie bitte Crime Stoppers an. Sie können einen anonymen Hinweis hinterlassen. Wir haben Arbeit zu erledigen. Noch einmal: Unsere Stadt ist besser als das.“
Trump-nahe Kreise machten den demokratischen Gouverneur des Bundesstaates, Gavin Newsom, für den tödlichen Gewaltausbruch verantwortlich. Aus republikanischen Zirkeln wurde gewarnt: „Gang-Kriminalität ist auch in unseren Städten eine Geißel für die Gemeinschaft.”







