Die Hoffnung auf eine deutsche Mond-Mission wächst: Alexander Gerst und Matthias Maurer, zwei der erfahrensten europäischen Astronauten, könnten als erste Deutsche im Rahmen des Artemis-Programms der NASA Richtung Mond fliegen. „Das ist eine wichtige Sache für uns“, betonte Alexander Gerst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im ZDF „heute journal“ sagt Gerst: „Wir wollen den Mond nachhaltiger erforschen.“

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Auch Matthias Maurer träumt „heute journal“ von der Mondreise: „Der Mond ist ein Riesentraum für jeden Astronauten. Ich glaube, es gibt keinen Astronauten weltweit, der nicht sofort Ja sagen würde, wenn Sie ihn fragen, ob er zum Mond fliegen will.“

Gerst und Maurer: Das sind die beiden deutschen Astronauten

Alexander Gerst (49), geboren am 3. Mai 1976 in Künzelsau (Baden-Württemberg), studierte laut ESA in Karlsruhe Geophysik, gefolgt von Geowissenschaften in Neuseeland und forschte als Vulkanologe an der Universität Hamburg. Im Jahr 2009 wurde er von der ESA als Astronaut ausgewählt und begann seine Astronauten-Grundausbildung in Köln.

2014 startete er für ein halbes Jahr zur Internationalen Raumstation (ISS) – als elfter Deutscher im All sowie dritter deutscher Raumfahrer auf der ISS und verbrachte insgesamt 166 Tage im All.

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„Astro-Alex“: Kommunikationstalent und Social-Media-Botschafter

Für die ESA war Gerst ein Geschenk: „Astro-Alex“ macht etwas her als Botschafter für die Raumfahrt. Er ist groß, trainiert und gilt als Teamarbeiter und Kommunikationstalent. Wie wohl kein Astronaut auf der ISS zuvor ließ er die Welt über Social-Media-Botschaften und zehntausende Fotos teilhaben an seinem Abenteuer.

Es folgte ein Marathon an Vorträgen, Presseterminen und Auszeichnungen. Der damalige Bundespräsident Joachim Gauck überreichte Gerst 2015 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, sogar ein Asteroid – „Alexandergerst“ – wurde nach ihm benannt.

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Alexander Gerst war ungefähr ein Jahr im All

Im Juni 2018 startete er der ESA zufolge zu seiner zweiten Mission mit dem Namen „Horizons“, die ihn für weitere 197 Tage auf die ISS brachte und seine Gesamtzeit im All auf ungefähr ein Jahr (363 Tage) erhöhte. Diesmal für drei der sechs Monate gar als Kommandant – als erster Deutscher, und als erst zweiter Europäer überhaupt.

Seit März 2023 leitet Gerst laut ESA die Abteilung „Astronaut Operations“ am Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Zu seinen Aufgaben gehören, neben der Führung der neuen Astronautengruppe, auch die logistische und operationelle Unterstützung von zukünftigen ISS- und Mondmissionen. Er hat zwei Bücher über seine Weltraummissionen veröffentlicht und teilt seine Erlebnisse mit der Öffentlichkeit durch regelmäßige Präsentationen, Auftritte und TV-Dokumentationen.

Der gebürtige Baden-Württemberger Gerst fände eine Reise zum Mond toll. „Da können Sie jeden Astronauten oder jede Astronautin fragen: Der Mond ist natürlich ein faszinierendes Ziel“, sagte der Astronaut einmal. Dass nun ein Astronaut mitfliegen darf, freut den 49-Jährigen. „Das ist eine wichtige Sache für uns und es ist natürlich klar, dass wir uns da auch als deutsche Astronauten darüber freuen, dass wir da vielleicht mitfliegen können“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Im ZDF „heute journal“ erklärte er: „Es ist unser Ziel, langfristig den Mond ein bisschen so zu erforschen wie die Antarktis – mit Forschungsstationen, wo Forscherinnen und Forscher langfristig Erkenntnisse gewinnen.“

Matthias Maurer spricht sechs Sprachen

Matthias Maurer (55), geboren am 18. März 1970 im saarländischen Oberthal-Gronig, gehört zu den erfahrensten deutschen Raumfahrern der ESA. Derzufolge studierte er Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Saarbrücken sowie im französischen Nancy, im britischen Leeds und im spanischen Barcelona. Über internationale Programme war er außerdem in Argentinien und Südkorea tätig.

2004 schloss er laut ESA seine Promotion an der RWTH Aachen über Aluminiumschaumverbunde ab und ging anschließend auf eine Weltreise. Maurer spricht mehrere Sprachen fließend – darunter Englisch, Französisch und Spanisch – und eignete sich für seinen Astronautenberuf zusätzlich Russisch und Chinesisch an.

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Maurer: Erst Ingenieur, dann Astronaut

2008 gehörte Maurer zu mehr als 8.000 Bewerbern für das ESA-Astronautenprogramm und bestand als einer von zehn Kandidaten. Zunächst arbeitete er jedoch als „Astronauten-Support-Ingenieur“ für die ESA, bevor er 2015 nachnominiert wurde. Seit 2017 ist er Mitglied des Astronautenkorps, seit 2018 offiziell ESA-Astronaut. Die Ausbildung umfasste unter anderem Überlebenstrainings unter Wasser, in großer Kälte und auf See. Diese sollen helfen, in Extremsituationen Ruhe zu bewahren – ein entscheidender Faktor im All.

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Für seine Mission „Cosmic Kiss“ absolvierte Maurer Trainingseinheiten bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa, bei SpaceX, in Russland und am Europäischen Astronautenzentrum in Köln. 2021 flog Maurer laut ESA zur ISS und verbrachte 177 Tage im Orbit.

Er ist der bisher letzte deutsche Astronaut auf der Raumstation ISS und hat klare Ambitionen Richtung Mond. „Ich denke, jeder Astronaut möchte gerne zum Mond fliegen. Das ist ein ganz großer Traum, auch mein Traum“, sagte der 55-jährige Saarländer.

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Beide haben Chance auf die Mond-Mission

Nun wünscht er sich, dass sowohl er als auch Kollege Gerst zum Mond fliegen werden. Einer von ihnen werde den ersten Flug machen und der andere dann hoffentlich einen späteren, sagte Maurer der Deutschen Presse-Agentur in Bremen. „Es ist jetzt nicht, dass wir einmalig zum Mond fliegen wollen, um dann sozusagen die deutsche Fahne um den Mond zu hissen, sondern wir wollen den Mond erkunden und das erfordert viele Missionen.“

Die beiden deutschen Astronauten hoffen, dass auch in der Zukunft größere Ziele wie der Mars ins Visier genommen werden – denn, so Maurer: „Langfristig wollen wir auch zum Mars.“

dpa/afp/sh