• Etwa 1000 bis 1500 Menschen infizieren sich hierzulande pro Jahr mit Hepatitis A
  • Im deutlich kleineren Tschechien wurden 2025 bereits mehr als 2300 Infektionen nachgewiesen
  • Wie konnte es zu dem großen Ausbruch kommen?

Deutschlands Nachbarland Tschechien erlebt aktuell den größten Hepatitis-A-Ausbruch seit Jahrzehnten. Mehr als 2300 bestätigte Fälle wurden laut tschechischen Gesundheitsbehörden bis Ende Oktober gemeldet – so viele wie zuletzt 1989. Besonders betroffen ist Prag, wo mittlerweile über 1000 Infektionen registriert wurden. Landesweit sind 28 Menschen im Zusammenhang mit der Virusinfektion gestorben.

Neben der Hauptstadt meldet auch die Region Karlovy Vary, bei deutschen Reisenden als Karlsbad bekannt, ungewöhnlich viele Neuinfektionen. Die Behörden vor Ort haben ihre Schutzmaßnahmen ausgeweitet. Im Wintersportort Boží Dar, nahe der sächsischen Grenze, wurden in öffentlichen Gebäuden zusätzliche Hygienestationen eingerichtet und Reinigungszyklen verdichtet.

Auch interessant

Sachsens Gesundheitsministerium rät zu Vorsicht

Das sächsische Gesundheitsministerium richtet sich inzwischen direkt an Grenzpendler und Urlauber. Empfohlen wird, auf konsequente Handhygiene zu achten – besonders nach dem Kontakt mit Türklinken, Einkaufswagen oder öffentlichen Toiletten. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife gilt weiterhin als der wirksamste Schutz.

Das Robert Koch-Institut rät grundsätzlich zur Hepatitis-A-Impfung, wenn Reisen in Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko geplant sind. Der Impfstoff gilt als gut verträglich und schützt in der Regel über viele Jahre. Möglich ist auch eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B. Für Deutschland selbst sehen die Behörden derzeit keinen Anstieg der Fallzahlen.

Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber, die durch Viren ausgelöst wird und meist über verunreinigte Lebensmittel oder Schmierinfektionen übertragen wird. Die Symptome beginnen oft unspezifisch: Fieber, Übelkeit, Müdigkeit. Typisch ist später eine Gelbfärbung von Haut und Augen. Die meisten Erkrankten erholen sich vollständig, doch bei älteren oder gesundheitlich belasteten Menschen kann die Infektion schwer verlaufen.