Ein lauter Knall, eine Staubwolke – dann Alarm: Im Zentrum Roms ist ein Teil eines mittelalterlichen Turms eingestürzt. Der „Torre dei Conti“ liegt in der Nähe der bei Touristen beliebten Ausgrabungsstätten der Kaiserforen und des Kolosseums und befindet sich derzeit in Renovierung.

Bei dem Einsturz kam ein Arbeiter ums Leben. Der 66-Jährige konnte zwar nach längerer Rettungsaktion befreit werden. Der Mann starb jedoch später im Krankenhaus, wie italienische Medien berichteten.

„Torre dei Conti“ in Rom eingestürzt: „Es ging alles ganz schnell“

Neben dem zunächst noch eingeschlossenen Arbeiter waren nach Angaben der Rettungskräfte drei weitere Arbeiter zum Zeitpunkt des Einsturzes in dem Turm gewesen. Sie konnten herausgeholt werden. Einer von ihnen habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten und sei ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die anderen beiden Arbeiter hatten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa nur leichte Verletzungen davongetragen. „Es ging alles ganz schnell“, sagte einer der Arbeiter zu Ansa. „Dann sah ich nur noch die Staubwolke und die Rettungskräfte.“

Ein Mann berichtete, er habe sich zum Zeitpunkt des ersten Einsturzes im Gebäude befunden und über einen Balkon retten können. „Es war nicht sicher. Ich will einfach nur nach Hause“, sagte der Mann, dessen Uniform mit weißem Staub bedeckt war. 

Mittelalterlicher Turm in Rom stürzt ein
Einsatzkräfte der Feuerwehr gehen nach dem zweiten Einsturz in Deckung. © Domenico Stinellis/AP/dpa | Domenico Stinellis

Zweiter Einsturz während der Rettungsarbeiten

Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und anschließend von einer Staubwolke in den engen Straßen rund um die Gegend. Feuerwehr und Polizei sperrten nach dem Teileinsturz den gesamten Bereich für Fußgänger und Autos, um Sicherungsarbeiten der Einsatzkräfte zu ermöglichen.

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Noch während des Einsatzes der Feuerwehr stürzte ein weiterer Teil des Turms ein und löste eine Staubwolke aus. Die Feuerwehrleute auf einer Drehleiter konnten rechtzeitig absteigen und sich in Sicherheit bringen, hieß es.

Wie der Präfekt der Stadt Rom, Lamberto Giannini, mitteilte, hatte einer der Arbeiter offensichtlich davon profitiert, dass Rettungskräfte nach dem Einsturz des Turmes „eine Art Schutzkonstruktion“ um ihn herum aufbauten. Als eineinhalb Stunden nach dem Unglück weitere Teile des Turmes wegbrachen und nach unten stürzten – sei er dadurch „offensichtlich geschützt“ worden.

Italien bestellt russischen Botschafter ein

Die italienische Regierung bestellte im Zusammenhang mit dem Unglück den russischen Botschafter ein, nachdem Moskau eine Verbindung zwischen dem Einsturz und der Unterstützung Roms für die Ukraine hergestellt hatte. „Solange die italienische Regierung weiterhin Steuergelder verschwendet, wird ganz Italien zusammenbrechen, von der Wirtschaft bis zu den Türmen“, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Der italienische Außenminister Antonio Tajani bezeichnete diese Äußerungen als „beschämend und inakzeptabel“.

Der Torre dei Conti wurde im 13. Jahrhundert während des Pontifikats von Papst Innozenz III. errichtet. Der Turm, der heute 29 Meter hoch ist, war einst etwa 50 bis 60 Meter hoch. Die oberen Stockwerke wurden jedoch durch eine Reihe von Erdbeben im 14. und 17. Jahrhundert beschädigt und später abgetragen. Seit geraumer Zeit ist das Gebäude unbewohnbar und verlassen.

daw/dpa