Der wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Missbrauchsskandal in Verruf geratene britische Prinz Andrew (65) ist bald seinen Prinzentitel los. Zudem soll er aus dem Luxus-Anwesen Royal Lodge in Windsor ausziehen. Das teilte der Buckingham Palace mit.
König Charles III. (76) habe „ein formelles Verfahren eingeleitet“, um Prinz Andrew seine Titel und Ehrenrechte zu entziehen, heißt es in dem Statement des Palastes. Er werde nun als Andrew Mountbatten Windsor bekannt sein. Mehrere Medien wie die BBC und die Nachrichtenagentur PA berichten, dass Andrew keine Einwände gegen die Entscheidung des Königs gehabt haben soll.
Prinz Andrew bestreitet Vorwürfe weiterhin
Auch sein Pachtvertrag für die Royal Lodge ist den Angaben nach bald Geschichte, Andrew werde in eine andere private Unterkunft ziehen. Medienberichten zufolge wird er künftig in einem Haus auf dem privaten Landsitz Sandringham in der englischen Grafschaft Norfolk wohnen. Die Kosten dafür trägt demnach der König.
All dies werde als notwendig erachtet, „ungeachtet der Tatsache, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiterhin bestreitet“, heißt es in der Erklärung weiter.
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Der US-Multimillionär Jeffrey Epstein, der sich 2019 in einer Gefängniszelle in New York das Leben nahm, hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. Andrew unterhielt eine enge Freundschaft zu Epstein und ging bei ihm ein und aus.
Einem BBC-Bericht zufolge soll Andrew etwa vor einigen Jahren Epstein gemeinsam mit dem verurteilten Sexualstraftäter und US-Produzenten Harvey Weinstein in der Royal Lodge empfangen haben. Auch Epsteins Gehilfin und ehemalige Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell soll dabei gewesen sein.
Die US-Amerikanerin Giuffre warf Andrew vor, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem als sie erst 17 Jahre alt war. Obwohl der Prinz die Vorwürfe bis heute strikt zurückweist, ließ er sich 2022 bei einer US-Zivilklage Giuffres auf einen wohl millionenschweren Vergleich ein. Seine Rolle als Vertreter des britischen Königshauses hatte er angesichts der Vorwürfe bereits eingebüßt. Trotzdem behielt er einen großen Teil seiner Privilegien, unter anderem das Wohnrecht im privaten Teil des Windsor Great Parks.
lro/dpa/AFP



