Im Mai war die Berliner Rapperin Katja Krasavice betrunken und viel zu schnell durch Leipzig gefahren und verlor ihren Führerschein – nun droht ihr neuer Ärger. Wie unter anderem der „Tagesspiegel“ berichtet, durchsuchte die Polizei am Donnerstagmorgen nicht nur die Wohnung von Krasavice, bürgerlich Katrin Vogel in Berlin, sondern auch die Wohnung ihrer Mutter in Leipzig.

Hintergrund ist ein Video, das die 29-Jährige nach der Alkoholfahrt im Mai auf TikTok und Instagram veröffentlicht hatte. Darin behauptete die Rapperin, ein Polizist der Leipziger Polizei, der an der Alkoholkontrolle beteiligt gewesen sei, habe sich aus den Akten ihre Handynummer besorgt und sie privat per WhatsApp kontaktiert, berichtet der „Tagesspiegel“. Dann spielte Krasavice eine WhatsApp-Sprachnachricht ab.

Ermittlungen: Rapperin beschuldigt Leipziger Polizisten

In der Sprachnachricht suggeriert ein Mann, Polizist zu sein. „Ich war bei dem Vorfall in Leipzig dabei, als Du erwischt wurdest“, sagt er. „Meine Kollegen übertreiben da ein bisschen. Ich verstehe auch nicht so ganz, warum die aus 0,7 Promille 1,4 gemacht haben.“ Er wolle sich privat mit der Rapperin treffen und über den Fall reden – „vielleicht kann man da was machen“. Der Subtext: alles eindeutig zweideutig.

Die Leipziger Polizei leitete wegen des Videos interne Ermittlungen ein. Wäre der Mann wirklich Polizist und hätte Kontakt zu Krasavice aufgenommen, hätte er damit eindeutig gegen die Datenschutzregeln verstoßen. Doch die Polizei konnte keinen Beamten ermitteln. Die Staatsanwaltschaft Berlin durchsuchte daher Donnerstagmorgen nicht nur Krasavices Wohnung in Berlin-Mitte, sondern auch die des mutmaßlichen WhatsApp-Versenders – laut „Bild“ ist das ein 28-jähriger Mann aus Oranienburg bei Berlin, allerdings kein Polizist.

Katja Krasavice: Polizei durchsucht Wohnung in Berlin

In einem längeren Video auf TikTok am Sonntagabend bestätigt die Rapperin die beiden Durchsuchungen. Die Polizei habe morgens um 6 Uhr bei ihr geklingelt, sie habe die Beamten aber nicht reingelassen, weil sie ihr den Durchsuchungsbeschluss nicht deutlich gezeigt hätten. Die Polizisten hätten dann die Tür eingebrochen. In der Wohnung befanden sich zu dem Zeitpunkt der Rapperin zufolge auch ihr Bruder, ihre Nichte und ihr Neffe.

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Krasavice kauft sich ein neues Handy und grüßt das LKA

Laut Berliner Staatsanwaltschaft werde wegen des „Verdachts der falschen Verdächtigung“ ermittelt. Die Ermittlern stellten mehrere Datenträger sicher, die nun untersucht werden sollen – darunter ihr Handy. Die Ermittler jedoch inzwischen davon aus, dass die Geschichte erfunden ist. Im Visier der Behörde steht auch ein Mann aus dem brandenburgischen Oranienburg, der im Verdacht steht, die WhatsApp-Nachricht verschickt zu haben. Bei ihm gab es ebenfalls am Donnerstag eine Hausdurchsuchung, wie Sprecher Büchner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Krasavice scheint das nicht zu beeindrucken: Bei Instagram teilte sie ein Foto, das zeigt, dass sie sich ein neues Handy besorgt hat: ein oranges iPhone 17. Farblich passende Kopfhörer gab es direkt dazu. Dazu schreibt sie: „Schöne Grüße an das LKA.“

les/sh/jan