Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die Demokratie-Verfechterin Maria Corina Machado aus Venezuela. Die 58-Jährige werde „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie“ ausgezeichnet, erklärte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jorgen Watne Frydnes, am heutigen Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Wegen ihres politischen Engagements war sie in ihrem Heimatland immer wieder Repression und Einschüchterungsversuchen durch die sozialistische Regierung ausgesetzt. Ob die Preisträgerin im Dezember in Oslo ihren Preis selbst entgegen nehmen wird, sei aktuell noch fraglich, bestätigte der Frydnes weiter.
Maria Corina Machado: Das zeichnet die Friedensnobelpreisträgerin aus
2024 wurde sie bei der venezolanischen Präsidentschaftswahl als Kandidatin der oppositionellen „Plattform der demokratischen Einheit“ als Kandidatin nominiert, dann aber vom regierungsnahen Nationalen Wahlrat ausgeschlossen. An ihrer Stelle bewarb sich der Diplomat Edmundo González Urrutia, der nach Auffassung internationaler Beobachter entgegen der offiziellen Wahlbekanntgabe die meisten Stimmen gewann. Der autoritäre Machthaber Nicolás Maduro regiert Venezuela seit 2013 und hält weiter an der Macht fest.
Machado wird von ihren Anhängern als „La Libertadora“ gefeiert, als „Befreierin“. Obwohl ihr in ihrer Heimat die Festnahme droht und zahlreiche Oppositionelle bereits im Gefängnis sitzen, hat Machado das Land nicht verlassen. Dass sie trotz Morddrohungen im Land bleibe, habe Millionen Menschen „inspiriert“, hob das Nobelkomitee hervor.

Im Dezember wurden Machado und González mit dem Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments geehrt. Ebenfalls im vergangenen Jahr erhielt Machado den Václav-Havel-Menschenrechtspreis. Kurz vor Bekanntgabe der Preisvergabe waren auf Online-Plattformen hohe Wetten auf Machado abgeschlossen worden.
Für den renommiertesten politischen Preis waren in diesem Jahr 338 Kandidaten nominiert, darunter 244 Einzelpersonen und 94 Organisationen. Diesmal gab es sogar 52 Nominierte mehr als im Vorjahr. Damals wurde die japanische Friedensorganisation Nihon Hidankyo ausgezeichnet. Die Organisation von Überlebenden der Atomwaffenabwürfe auf die Städte Hiroshima und Nagasaki wurde damit für ihre Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt geehrt. Ihren Zielen versucht sie mit Hilfe von eindrücklichen Aussagen von Zeitzeugen Nachdruck zu verleihen.

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Friedensnobelpreis: Viele Krisenherde, strenge Geheimhaltung
Wohin der Nobelpreis diesmal vergeben wurde, war – auch wegen der vielen Krisenherde auf der Welt – kaum vorhersehbar. Donald Trump selbst und einige seiner Getreuen betonten in den vergangenen Wochen immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient habe. Innerhalb von nur sieben Monaten habe er sieben Kriege beendet, hatte der US-Präsident etwa vor der UN-Vollversammlung in New York gesagt – wobei diese Darstellung mindestens umstritten ist. Trump ficht das nicht an: „Jeder sagt, dass ich den Friedensnobelpreis für jede einzelne dieser Errungenschaften bekommen sollte“, meinte er.
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Der Durchbruch in Nahost dürfte ihn in dieser Sicht weiter bestärkt haben. Israels Präsident Isaac Herzog schrieb dazu am Donnerstag auf der Plattform X: „Es besteht kein Zweifel, dass er dafür den Friedensnobelpreis verdient hat.“ Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte: „Gebt Donald Trump den Friedensnobelpreis – er hat ihn verdient!“
Auf die Frage eines Reporters, wie man mit dem großen Druck aus den USA umgehe, sagte Jorgen Watne Frydnes nur, dass die Verantwortlichen für den Friedensnobelpreis in den vielen Jahrzehnten ihrer Arbeit schon unterschiedlichste Kampagnen erlebt hätten und ihre Arbeit unbeeindruckt davon erledigen würden. Sie seien dabei nur dem Ideal der Auszeichnung und der Arbeit des Namensgebers verpflichtet.

Endspurt im Nobelpreis-Reigen
Mit der Auszeichnung des Friedensnobelpreisträgers erreichte die Woche der Nobelpreis-Bekanntgaben alljährlich ihren Höhepunkt. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet. Am Montag folgt zum Abschluss noch die Auszeichnung in Wirtschaftswissenschaften. Die Nobelpreise werden traditionell in Stockholm vergeben, die einzige Ausnahme bildet der Friedensnobelpreis in Oslo.
Auch in diesem Jahr sind die Nobelpreise erneut mit elf Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie dotiert – umgerechnet entspricht das rund einer Million Euro. Feierlich überreicht werden die prestigeträchtigen Auszeichnungen traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des schwedischen Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896).
jcst mit dpa/kna/afp




