Das Schwurgericht in Nîmes befand den Angeklagten Husamettin Dogan für schuldig, das reglose Opfer Gisèle Pelicot im Beisein ihres Gatten stundenlang vergewaltigt zu haben. Die neun Geschworenen erhöhten die neunjährige Haftstrafe aus der ersten Instanz auf zehn Jahre. Der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.
Eindeutige Beweise: Videos entlarven Dogans Taten
Die Affäre Pelicot hatte weltweite Beachtung gefunden, weil der Ehemann jahrelang Dutzende von Männern über Internet eingeladen hatte, sich an seiner zuvor eingeschläferten Frau zu vergehen. Bei dem erstinstanzlichen Prozess in Avignon waren Dominique Pelicot sowie fünfzig „Besucher“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden; nur ein Angeklagter, der 44-jährige Bauarbeiter Dogan, zog seine Berufung durch.
Die Beweislage war klar, da Dominique Pelicot von der Gewaltorgie mit Dogan am 28. Juni 2019 sechzehn Videos von insgesamt zwanzig Minuten Dauer erstellt hatte. Sie ließen keinen Zweifel an den diversen Penetrationen durch Dogan, was den Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt.
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Der Angeklagte, der an der Krücke geht und sein Gesicht hinter einer Maske und Sonnenbrille verbarg, bestritt jede Vergewaltigungsabsicht. Er sagte, er sei von einem „libertären Spiel“ ausgegangen, bei dem sich die Frau schlafend stelle und nach und nach aufwache. „Ich kam für ein Sexspiel, nicht, um jemandem wehzutun“, sagte er. Als er behauptete, er sei von Dominique Pelicot „manipuliert“ worden, verlor Gisèle Pelicot ihre bisherige Reserviertheit. Sie warf dem Angeklagten aufgebracht vor, er inszeniere sich als Opfer ihres Mannes. „Sie haben immer noch nicht begriffen, was eine Vergewaltigung ist. Das ist ein Verbrechen, Monsieur! Das einzige Opfer bin ich.“
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Die heute geschiedene 72-Jährige erhielt wie schon 2024 in Avignon vor dem Gerichtsgebäude Applaus von Feministinnen. Sie hatte auch in Nîmes einen öffentlichen Prozess verlangt, „damit die Schande vom Opfer auf die Täter übergeht.“ Die Thematik dürfte sie in ihren für Januar geplanten Memoiren vertiefen.





