Die Zahl tödlicher Unfälle in den italienischen Alpen hat in den Sommermonaten stark zugenommen. Auch der Herbst beginnt mit einem Unglück: Ein Berliner Wanderer ist am Dienstag ums Leben gekommen. Er war auf der Südseite des Fassatals im norditalienischen Trentino verunglückt und 60 Meter in die Tiefe gestürzt.
Medienberichten zufolge war der 70-Jährige in Begleitung seiner Tochter und seines Hundes in 2.500 Metern Höhe unterwegs, als er eine Böschung hinabstürzte. Die Tochter alarmierte die Trentiner Bergrettung. Eine Hubschrauberbesatzung konnte die Unfallstelle schnell lokalisieren und einen Bergretter sowie Sanitäter direkt am Einsatzort absetzen. Das Team konnte jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.
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Der Leichnam des Berliners konnte geborgen und in die Ortschaft Pozza di Fassa ausgeflogen werden. Auch die Tochter des Verunglückten sowie der Hund wurden mithilfe der Bergretter geborgen und zum Campingplatz in Pozza di Fassa gebracht. Die Tochter erhielt psychologischen Beistand. „Die Wetterlage war nicht ideal, es nieselte im Fassatal, als sich das Unglück ereignete. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Mann wegen des nassen Bodens ausgerutscht ist“, berichtete ein Retter gegenüber unserer Redaktion.
Bergretter in Italien warnen: Wanderer sind oft leichtsinnig
Der Bergretter beklagte auch, dass die Zahl tödlicher Unglücke im Trentino in diesem Sommer zugenommen habe. Seit Beginn der Saison kamen über 100 Menschen bei Bergunfällen ums Leben. Besonders betroffen sind die Alpenregionen wie Trentino-Südtirol, das Aostatal und Teile der lombardischen Alpen.
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Viele Unfälle ereigneten sich beim Wandern oder Bergsteigen, häufig aufgrund von Stürzen oder wegbrechendem Gestein. Ein Großteil der verunglückten Bergsteiger und Wanderer war schlecht vorbereitet: Laut Berichten der Bergrettung waren viele mit unzureichender Ausrüstung unterwegs oder unterschätzten die Anforderungen und Gefahren hochalpiner Routen. Besonders häufig betroffen waren Personen mittleren Alters, darunter auch viele Urlauber.
Die Alpenrettung spricht von einem gefährlichen Trend: Immer mehr Menschen ziehen los, ohne sich ihrer eigenen physischen Grenzen oder den Bedingungen in großen Höhen bewusst zu sein. Die Bergwacht und Rettungsdienste warnen daher eindringlich vor Leichtsinn in den Bergen. Gerade bei wechselhaftem Wetter, wie es in diesem September der Fall ist, und bei anspruchsvollen Touren seien sorgfältige Planung, gute Ausrüstung und ein realistisches Einschätzen der eigenen körperlichen Grenzen lebenswichtig. Auch die steigende Zahl von Hubschraubereinsätzen zeugt von der hohen Belastung für die Rettungskräfte.





