Nach seinem Klinikaufenthalt hat sich der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Am Sonntag stand der 83-Jährige in einem Trigema-Geschäft in seiner Heimatstadt Burladingen hinter der Verkaufstheke, wie der „Schwarzwälder Bote“ berichtete. Dort sei verkaufsoffen gewesen. Es war offenbar der erste öffentliche Auftritt Grupps seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus.
Eine Unternehmenssprecherin erklärte, Grupp befinde sich weiterhin im Genesungsprozess. Er bewege sich dabei in seinem natürlichen Umfeld. Weitere Angaben machte sie nicht.

Wolfgang Grupp machte Altersdepressionen öffentlich
Fotos zeigen den Unternehmer im rot-weiß gestreiften Hemd und Krawatte zwischen Mitarbeitenden und Kunden. Auch in sozialen Netzwerken tauchten Bilder auf: Eine Floristin postete auf Instagram, wie sie ihm im Laden einen „Blumengruß zur weiteren Genesung“ überreichte.

Mitte Juli hatte Grupp Senior einen Suizid-Versuch öffentlich gemacht. „Ich bin im 84. Lebensjahr und leide an sogenannten Altersdepressionen. (...) Ich habe deswegen auch versucht, mein Leben zu beenden“, schrieb er in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Depressionen im höheren Lebensalter werden als Altersdepression bezeichnet – diese unterscheiden sich von anderen Depressionen. Zugleich appellierte er an andere Betroffene, sich professionelle Hilfe zu suchen und eine Behandlung in Anspruch zu nehmen.
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Anfang 2024 räumte Wolfgang Grupp den Chefposten bei Trigema
Der Textilunternehmer, 1942 in Burladingen geboren, prägte über Jahrzehnte den deutschen Mittelstand. 1969 übernahm er die von seinem Großvater gegründete Firma Trigema und führte sie mit striktem Kurs aus den roten Zahlen. Trigema ist ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung und wirbt damit, zu 100 Prozent „Made in Germany“ anzubieten.
Trigema beschäftigt heute rund 1.140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte 2023 einen Produktionsumsatz von 129,3 Millionen Euro. Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn Wolfgang Grupp junior und seine Tochter Bonita ab. Beide Kinder waren schon zuvor in der dem Unternehmen tätig.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.
dpa/kath


