An den Stränden der nördlichen Adria sorgen derzeit ungebetene Gäste für Unruhe: Hunderttausende blaue Krabben, eine invasive Art aus dem nördlichen Atlantik, breiten sich entlang der Küste von Marina di Ravenna bis Punta Marina aus. Die Krustentiere machen unbeschwertes Baden vielerorts unmöglich. Einige Urlauber wurden bereits von ihnen gezwickt, was dazu führte, dass viele Strandbesucher auf andere Badeorte auswichen oder ihre Pläne für einen Strandtag ganz aufgaben.
Fotos und Videos der blauen Krabben kursieren in den sozialen Medien. Der Anblick der Tiere direkt am Ufer verunsichert viele Badegäste, zumal die Krabben über kräftige Scheren verfügen. Fischer und Betreiber von Strandhütten versuchen seit Tagen, die Tiere – oft nur mit Handschuhen bewaffnet – von den Stränden fernzuhalten. Allerdings stoßen sie dabei auf große Herausforderungen, denn die Tiere vermehren sich in alarmierendem Tempo.
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Von der Blaukrabben-Invasion ist nicht nur die Adria betroffen. Auch an einem Strand in der Toskana kam es jüngst zu einem Vorfall: Eine 50-jährige Urlauberin trat am Strand von Feniglia versehentlich auf eine Krabbe, die vollständig im Sand vergraben war. Das Tier fühlte sich offenbar bedroht und zwickte die Frau in den Fuß. Die Verletzung – eine tiefe Wunde – musste von Helfern des Roten Kreuzes vor Ort behandelt werden. Medizinisch war der Vorfall schnell erledigt, doch die Verunsicherung bleibt.
Krabbenplage: Regierung will Verbreitung eindämmen
Die blaue Krabbe wurde in den letzten Jahren vermutlich aus Asien eingeschleppt und ist längst nicht mehr nur ein Problem für Badegäste. Mit großer Sorge beobachten vor allem Muschelzüchter die wachsende Population der Tiere, da diese erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. „Wir fangen Dutzende Blaukrabben voller Eier. Und dann kommen die ganzen Jungtiere – es wimmelt überall von ihnen“, klagen Fischer in den Medien. Besonders betroffen ist die Region um das Po-Delta bei Comacchio, wohin die Krabben auf der Suche nach Nahrung ziehen.
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Um das Problem zu bekämpfen, hat die italienische Regierung ein mit zehn Millionen Euro ausgestattetes Förderprogramm aufgelegt. Dieses soll vor allem den betroffenen Regionen an der oberen Adria zugutekommen, aber möglicherweise auch auf andere gefährdete Gebiete wie Sardinien, Apulien und die Toskana ausgeweitet werden. Geplant sind Anreize zur Entwicklung neuer Fangmethoden sowie Entschädigungen für Fischer, die durch die Plage hohe Verluste erleiden.
Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida sollen die Maßnahmen im Zweijahreszeitraum 2025/26 umgesetzt werden. Ob diese jedoch ausreichen, um der massenhaften Verbreitung der invasiven Tierart Herr zu werden, bleibt abzuwarten.




