Ein Stromausfall im Bereich der Leipziger Innenstadt hat am Donnerstagmittag zu Einschränkungen geführt. Nach Angaben eines Sprechers der Stadtwerke waren bis zu 10.000 Menschen betroffen. Im östlichen Teil der City fielen auch Ampelanlagen aus, der Straßenbahnverkehr lief jedoch weiter. Laut einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ waren mindestens 78 Anlagen nicht mehr funktionstüchtig. Demnach war vor allem der östliche Teil der Stadt betroffen.

Ursache war der Ausfall eines Umspannwerkes. „Zu 99 Prozent ist dies auf einen technischen Fehler zurückzuführen. Eine Sabotage kann ausgeschlossen werden“, sagte ein Sprecher. Techniker seien bemüht, die Versorgung schnell wiederherzustellen. Eine Sprecherin der Stadtwerke konnte keine Angaben dazu machen, wann die Reparaturen abgeschlossen sind, schreibt die LVZ.

An den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten regelt die Polizei aktuell den Verkehr. Doch die Kräfte reichen nicht aus: „Flächendeckend können wir das leider nicht abdecken“, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der LVZ. „Es sind einfach zu viele Ampeln, um das abzufedern.“ Autofahrer in Leipzig werden gebeten, vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren.

Stromausfall: Brandanschlag in Berlin ließ 50.000 Menschen im Dunkeln

Der Fall weckt Erinnerung an den jüngsten Stromausfall in Berlin. In der Hauptstadt waren am Dienstag zeitweise bis zu 50.000 Menschen ohne Strom oder sind es noch immer. Ermittler gehen von einem linksextremen Anschlag aus. Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben werde als authentisch eingeschätzt, sagte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Es weise Ähnlichkeiten auf mit einem Bekennerschreiben zu einem ähnlichen Brandanschlag im Februar nahe der Tesla-Autofabrik in Brandenburg.  „Wir gehen vom Täterkreis aus dem linksextremistischen Spektrum aus“, sagte die Innensenatorin. „Das heißt also: nicht aus dem Ausland, sondern aus dem Inland.“ Die Täter seien mit hoher krimineller Energie und sehr professionell vorgegangen. 

Bei dem Brandanschlag auf zwei Strommasten im Ortsteil Johannisthal (Bezirk Treptow-Köpenick) waren am frühen Dienstagmorgen Starkstromkabel zerstört worden, die schwer zu reparieren sind. Die Folge war der längste Stromausfall in Berlin seit mindestens 25 Jahren. 

FMG/dpa