• Papst Leo XIV. will wieder im päpstlichen Palast im Vatikan wohnen
  • Einziehen will er in die 12-Zimmer-Wohnung aber nicht allein
  • Wer mit in die Papst-WG ziehen könnte, lesen Sie hier

Der Papst will wieder im Apostolischen Palast wohnen. Mit dieser Entscheidung hatte sich Leo XIV. schon zu Beginn seines Pontifikats klar von seinem Vorgänger Franziskus abgegrenzt, der mit anderen Kardinälen im Gästehaus Santa Marta in Rom gelebt hatte. Doch Leos Umzug in das päpstliche Appartement im dritten Stock des Palastes ist frühestens für Ende September vorgesehen – die Renovierungsarbeiten dauern länger als erwartet.

Mit rund einem Dutzend Zimmern ist die Papst-Wohnung aber ohnehin zu groß für einen einzigen Mann, scheint sich Leo nun zu denken. Der erste US-Papst in der Geschichte der Kirche will neue Akzente setzen und nicht alleine, sondern mit einigen Mitbrüdern seines Augustinerordens in den Apostolischen Palast ziehen, wie die römische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet. Das weiß man über seine WG-Pläne.

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WG im Apostolischen Palast? Papst-Leo sucht Mitbewohner

Laut „La Repubblica“ könnte der Papst gemeinsam mit seinem Privatsekretär, dem peruanischen Priester Edgar Rimaycuna, sowie drei weiteren Augustinern umziehen. Dabei dürfte es sich um drei Ordensleute handeln, die die päpstliche Sakristei bilden – jenes Amt, das die liturgischen Feiern des Papstes vorbereitet: ein Italiener, ein Philippiner und ein Nigerianer. Schon jetzt leisten sie ihm regelmäßig beim Mittagessen Gesellschaft. Denkbar wäre aber auch, dass Mitglieder des „Augustinianum“, der Generalleitung des Ordens, in den Apostolischen Palast ziehen könnten.

Leo XIV. ist seit jeher an das Leben in Gemeinschaft gewöhnt. Wenige Tage nach seiner Wahl zum Papst im Mai empfahl er seinen Mitbrüdern, stets nah beieinander zu leben, ganz im Sinne des heiligen Augustinus. Denn ein Augustiner könne auf vieles verzichten – aber nicht auf das gemeinschaftliche Leben – auch nicht als Papst, lautet die Devise des neuen Pontifex.

Neuer Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV. (2.v.r) besichtigte im Mai die päpstlichen Gemächer im Apostolischen Palast im Vatikan. © Francesco Sforza/Vatican media/AP/dpa | Francesco Sforza

Derzeit lebt Leo XIV. noch im Palazzo del Sant‘Uffizio, wie bereits seit seiner Ernennung zum Kardinal. Der anstehende Umzug in den Apostolischen Palast gilt als Symbol für den Unterschied beider Pontifikate: Bei Franziskus ging es um Inszenierung von Bescheidenheit und Volksnähe, bei Leo sind Aufräumarbeiten und die Rückkehr zur Ordnung nach zwölf Jahren Ausnahmezustand angesagt.

Renovierung der Papst-Wohnung ist lange überfällig

Die Renovierungsarbeiten in der päpstlichen Wohnung mit Blick auf den Petersplatz sind inzwischen in vollem Gange. Die Badezimmer des seit zwölf Jahren unbewohnten Appartements werden saniert, Feuchtigkeitsspuren beseitigt. Das Problem besteht laut Vatikan-Quellen schon seit der Zeit, als noch der deutsche Papst Benedikt XVI. im dritten Stock des Apostolischen Palasts wohnte. Auch wenn Franziskus nicht dort lebte, nutzte er die Wohnung während seines Pontifikats, um offizielle Gäste zu empfangen.

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Die päpstliche Wohnung umfasst ein Vestibül, ein kleines Büro für den Privatsekretär, das private Arbeitszimmer des Papstes, ein Schlafzimmer in der Ecke des Gebäudes, ein Speisezimmer, ein kleines Wohnzimmer und eine Küche. Die heutige Struktur wurde zwischen der Renaissance und dem 17. Jahrhundert schrittweise entwickelt, erhielt jedoch erst unter Papst Pius X. zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre heutige Form und wurde zur ständigen Residenz des Heiligen Vaters.