Fallzahlen des Chikungunya-Fiebers nehmen zu: Urlauber in Norditalien sollten aktuell Wert auf guten Mückenschutz legen. Besonders betroffen sind die Regionen Emilia-Romagna und Veneto. In Verona wurden deshalb zuletzt Veranstaltungen abgesagt. Auch das Auswärtige Amt warnt Italien-Urlauber vor der erhöhten Gefahr.
Gegen Stiche kann das Tragen von langer und heller Kleidung helfen, die am besten imprägniert ist, rät das Centrum für Reisemedizin (CRM). Helfen können auch Mückenschutzmittel, die laut CRM mindestens 30 Prozent DEET – die Abkürzung steht für den Stoff Diethyltoluamid – enthalten sollten. Moskitonetze an Fenstern, Türen und über dem Bett bieten weiteren Schutz.
Chikungunya-Virus breitet sich aus: WHO schlägt Alarm
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt vor einem globalen Ausbruch des Chikungunya-Virus (CHIKV) gewarnt. Der Erreger wird über infizierte weibliche Stechmücken auf den Menschen übertragen und löst Fieber sowie starke Gelenkschmerzen aus. Das Virus ist der WHO zufolge bereits in 119 Ländern der Erde gemeldet worden, sodass mehr als fünf Milliarden Menschen gefährdet seien. Die WHO will laut einer Sprecherin rechtzeitig Alarm schlagen, damit die Länder sich rechtzeitig darauf vorbereiten können.
In Deutschland wurden Erkrankungen durch das Chikungunya-Virus bislang nur bei Reiserückkehrern festgestellt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) unterliegt die Anzahl der Fälle durch Reiseströme und zuletzt durch die Covid-19-Pandemie Schwankungen. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 44 importierte Chikungunyavirus-Erkrankungen übermittelt, deutlich mehr als 2022. Erst am 7. Juli dieses Jahres, wurde nahe der Grenze zu Deutschland im französischen Elsass ein Fall gemeldet, der „autochthon“ erworben wurde: Das bedeutet, dass ein Mensch vor Ort von einer infizierten Mücke gestochen worden war. Seitdem werden die Sorgen größer, sich auch in Südeuropa anzustecken.
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Die Risikoregionen liegen eigentlich vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten, in Afrika, Asien und Lateinamerika. Es wurden aber auch schon mehrere Ausbrüche in Südeuropa nachgewiesen, was eine Ausbreitung des Virus nahelegt. Vor allem in Italien und Frankreich gab es Ausbrüche.
Chikungunya-Virus: Übertragung vor allem durch diese beiden Mückenarten möglich
Das CHIKV wird am häufigsten durch die Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen, die auch Dengue- und Zika-Viren weitergeben können. Die beiden Mückenarten sind bei Tageslicht aktiv, vor allem am frühen Morgen und späten Nachmittag. Sie sind inzwischen auch in Europa heimisch. Durch den Klimawandel, die Globalisierung des Handels und die internationale Reisetätigkeit konnte sich der Lebensraum der Stechmückenarten immer weiter ausdehnen.
Der Name des Virus‘, Chikungunya, stammt aus der Kimakonde-Sprache im Süden Tansanias. Chikungunya heißt so viel wie „der, der sich bückt“. Es ist eine Anspielung darauf, dass sich Erkrankte wegen der Gelenkschmerzen oft krümmen. Das Virus wurde erstmals im Jahr 1952 in der Republik Tansania festgestellt, schnell kamen noch weitere Länder in Afrika und Asien hinzu. Ausbrüche in städtischen Regionen wurden erstmals in den 1970er-Jahren festgestellt.
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Chikungunya: Symptome und Inkubationszeit
Seit dem Jahr 2004 werden Chikungunya-Fälle immer häufiger und weit verbreiteter gemeldet. Auf dem amerikanischen Kontinent wurden erste Fälle ab Ende 2013 gemeldet, woraufhin es zu größeren Ausbrüchen kam. Bis Dezember 2024 wurden laut WHO Krankheitsfälle in 119 Ländern in Asien, Afrika, Amerika und Europa gemeldet. Im Jahr 2024 wurden allein 620.000 Krankheitsfälle und 213 Todesfälle in 23 Ländern erfasst.
Die Inkubationszeit nach einem Stich beträgt laut Informationen des Auswärtigen Amtes etwa einen bis zwölf Tage, in den meisten Fällen etwa drei bis sieben Tage. Bluttests reagieren häufig jedoch erst fünf bis sieben Tage nach Krankheitsbeginn. Die Viruserkrankung löst Fieber, Hautausschlag und lähmende Gelenkschmerzen aus und kann bei Menschen auch langfristige Gelenkschmerzen sowie Behinderungen verursachen. Insgesamt ist die Sterblichkeitsrate niedrig. Trotzdem kann die Krankheit laut WHO auch schwer verlaufen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen.
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Chikungunya-Virus: Impfung vom RKI empfohlen – vor allem für diese Personengruppen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Anfang Juli 2025 eine Impfung gegen Chikungunya als Reiseimpfung für bestimmte Personengruppen empfohlen. Impfen lassen sollten sich Menschen ab 12 Jahren, die in Gebiete mit aktuellem Chikungunya-Ausbruch reisen.
Auch bei längeren Aufenthalten, die mehr vier Wochen andauern, oder bei wiederholten Kurzzeitreisen in Risikogebiete ist eine Impfung ratsam – insbesondere für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe. Das ist bei Personen ab 60 Jahren oder bei schweren internistischen Grunderkrankungen der Fall. Wer in Laboren oder Forschungseinrichtungen Chikungunya-Viren ausgesetzt ist, sollte sich laut STIKO ebenfalls impfen lassen.
Was Reisende über das Dengue-Fieber wissen sollten
Es gibt derzeit zwei verschiedene Impfstoffe: einen Lebend- und einen Totimpfstoff. Der Totimpfstoff Vimkunya wird von der STIKO für Menschen ab zwölf Jahren empfohlen. Der Lebendimpfstoff Ixchiq eignet sich nur für Personen zwischen zwölf und 59 Jahren, aber ist weder bei Immunschwäche noch in der Schwangerschaft oder Stillzeit empfohlen. Beide Impfstoffe erfordern nur eine Impfdosis.
mit dpa









