Im heutigen Tell Nabasha, gelegen im östlichen Nildelta, ist es einem Archäologenteam gelungen, bedeutende Relikte der antiken Stadt Imet freizulegen. Diese Entdeckungen eröffnen einen frischen Blick auf das urbane Leben im spätzeitlichen Ägypten und belegen die einstige Rolle Imets als lebendiges, religiös geprägtes Zentrum.
Forscher staunen: Mehrstöckige Häuser im Herzen des Deltas gefunden
Zu den herausragenden Entdeckungen zählen sogenannte Turmhäuser – mehrstöckige Lehmziegelbauten, wie sie im Nildelta zwischen Spätzeit und Römerzeit typisch, jedoch anderswo selten waren. „Diese Turmhäuser findet man hauptsächlich im Nildelta zwischen der Spätzeit und der Römerzeit und sind anderswo in Ägypten selten“, sagte Nicky Nielsen, Ägyptologe an der Universität Manchester, in einer offiziellen Mitteilung.
Die Dichte der architektonischen Überreste legt nahe, dass Imet im 4. Jahrhundert v. Chr. ein belebtes urbanes Zentrum mit wachsender Bevölkerung war. Nielsen ergänzt: „Ihre Präsenz hier zeigt, dass Imet eine blühende und dicht bebaute Stadt mit einer komplexen städtischen Infrastruktur war.“
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Weg zum Tempel der Göttin Wadjet: Entdeckung eines zeremoniellen Bauwerks in Imet
Ein weiterer bedeutender Fund ist ein großflächiges, zeremonielles Gebäude mit gewaltigen Kalksteinsäulen und einem gepflasterten Boden. Es befindet sich entlang einer antiken Prozessionsstraße zum Tempel der Göttin Wadjet, einer der wichtigsten Schutzgöttinnen Unterägyptens, die oft als geflügelte Kobra dargestellt wird. Die Position und Gestaltung des Bauwerks deuten laut Experten auf eine kultische Funktion hin. „Imet entwickelt sich zu einem Schlüsselstandort für die Neubewertung der Archäologie des Spätzeit-Ägyptens“, betonte der Ägyptologe.

Erste Hinweise auf die Ausgrabungsorte hatten Satellitenbilder geliefert. Vor Ort fanden die Archäologen nicht nur Wohngebäude, sondern auch Spuren wirtschaftlicher Aktivitäten: gepflasterte Getreideverarbeitungsflächen, Tiergehege sowie eine Vielzahl an Artefakten. Darunter: eine keramische Grabfigur aus der 26. Dynastie, eine mit Gravuren des Gottes Harpokrates verzierte Steinplatte sowie ein Musikinstrument mit der Darstellung der Göttin Hathor. Die Objekte spiegeln das Zusammenspiel von Alltag, Religion und Handwerk wider.
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Forscher spricht Klartext: Neue Erkenntnisse über Ptolemäerzeit im Delta möglich
Die Forscher gehen davon aus, dass die Prozessionsstraße in der mittleren Ptolemäerzeit nicht mehr genutzt wurde, was auf einen Wandel in der religiösen Kultur hindeute, heißt es in der Erklärung. Nielsen resümierte: „Die Entdeckung der komplexen Infrastruktur und antiker religiöser Artefakte aus Imet öffnet neue Türen zu unserem Verständnis des täglichen Lebens, der Spiritualität und der Stadtplanung im Delta.“





