Ein Tauchroboter hat vor der Küste Kolumbiens Goldmünzen am Meeresboden in der Nähe des Wracks der San José untersucht. Bei der San José handelt es sich um eine spanische Galeone, die 1708 in einem Kanonenduell mit britischen Kriegsschiffen sank und als „reichstes Schiffswrack der Welt“ gilt. Die Untersuchung durch den Tauchroboter bestätigte, dass die Münzen tatsächlich von diesem legendären Schatzschiff stammen.
Auswirkungen des Spanischen Erbfolgekriegs: das traurige Schicksal der San José
Am 8. Juni 1708 lichtete die San José in Cartagena die Anker, um eine aus 18 Schiffen bestehende Schatzflotte auf ihrem Weg nach Europa anzuführen. Ein Geschwader von fünf britischen Kriegsschiffen griff die Flotte an. Zu dieser Zeit waren Großbritannien und Spanien im Spanischen Erbfolgekrieg verfeindet. Die drei größten spanischen Galeonen erwiderten das Feuer, doch die San José ereilte ein tragisches Ende. Ihre Schießpulvervorräte explodierten, und das Schiff sank. Der größte Teil der spanischen Flotte konnte sich daraufhin in den Hafen von Cartagena retten.
Als die San José sank, war sie mit einer immensen Ladung beladen: bis zu 200 Tonnen Gold, Silber und ungeschliffene Edelsteine. Experten schätzen den heutigen Wert dieses Schatzes auf bis zu 17 Milliarden Dollar.
Tauchroboter im Einsatz: Identität durch Aufnahmen von Münzen bestätigt
Kolumbianische Marineforscher und andere Behörden haben Goldmünzen vom Wrack der San José in etwa 600 Metern Tiefe untersucht. Mithilfe von ferngesteuerten Fahrzeugen (ROVs) wurden hochauflösende Bilder von Dutzenden grober Münzen erstellt, die im Wrack und dessen Umgebung verteilt liegen, gemeinsam mit Waffen und Alltagsgegenständen aus dem 18. Jahrhundert.
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Die Analyse der Münzen ergab einen durchschnittlichen Durchmesser von 32,5 Millimetern und ein Gewicht von etwa 27 Gramm. Die Bilder zeigten detaillierte Prägungen: Eine Seite zeigt das Jerusalemer Kreuz und ein Schild mit Burgen und Löwen. Die Rückseite präsentiert die gekrönten Säulen des Herkules über Meereswellen, ein charakteristisches Merkmal der Münzstätte Lima.
Zusätzlich wurden Prägungen entdeckt, darunter die Kennzeichnung eines Prüfers der spanischen Münzanstalt in Lima aus dem Jahr 1707. Durch den Abgleich dieser Beobachtungen mit historischen Aufzeichnungen konnten die Forscher die Herkunft der Münzen und Artefakte eindeutig der San José zuordnen. Laut Daniela Vargas Ariza, Hauptautorin der Studie, wurden diese Kolonialmünzen oft aus Gold- oder Silberbarren geschnitten.
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Besitzrechte umstritten: Tauziehen um das Schiffswrack entbrannt
Kolumbien plant, einen Teil der San José-Artefakte für ein Museum zu bergen, hofft aber auch, einen Teil des Schatzes zur Finanzierung der Bergung zu verkaufen. Dies steht jedoch im Konflikt mit potenziellen Verkaufsverboten für historische Artefakte. Auch die spanische Regierung beansprucht das Wrack und seinen Schatz basierend auf internationalem Seerecht, das Marineschiffswracks der ursprünglichen Nation zuspricht. Kolumbien hat dieses Abkommen jedoch nicht ratifiziert, da Kritiker argumentieren, es diene dem Schutz moderner Kriegsschifftechnologien, nicht aber jahrhundertealten Schatzwracks. Das Schicksal der San José bleibt somit ein komplexes rechtliches und ethisches Rätsel.





