In der antiken Stadt Gordion, südwestlich des heutigen Ankara (Türkei) gelegen, wurde von Archäologen ein beeindruckendes Grab freigelegt, das auf das 8. Jahrhundert v. Chr. datiert wird. Bei dem Fund handelt es sich um einen Grabhügel (Tumulus), der zahlreiche seltene Artefakte sowie eingeäscherte menschliche Überreste enthielt. Die Funde deuten darauf hin, dass es sich um die Bestattung einer Person aus der Elite handelt, die dem antiken Königreich Phrygien zuzuordnen ist.

Sensation in der Türkei: Was für Schätze die einstige Hauptstadt des phrygischen Königreichs bereithält

Gordion war die Hauptstadt des phrygischen Königreichs, das etwa zwischen 1200 und 675 v. Chr. existierte. Im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde das Reich zunächst von König Gordias regiert, der in der Überlieferung mit dem sogenannten „gordischen Knoten“ assoziiert wird, einem symbolträchtigen Seilknoten, den der Legende nach Alexander der Große durchschlug. Auf Gordias folgte sein Sohn Midas, eine historische Figur, die mit der weit verbreiteten Legende in Verbindung gebracht wird, wonach alles, was er berührte, sich in Gold verwandelte.

Wie auch das antike Troja (Fund in der Türkei) war Gordion über Jahrhunderte hinweg mehrfach besiedelt, wodurch die archäologischen Schichten ein komplexes Geflecht aus Überlagerungen bilden. Archäologen sehen sich daher bei den Ausgrabungen mit einem vielschichtigen Befund aus Verteidigungsmauern, Grabhügeln, Wohnbauten und Werkstätten konfrontiert. Gordion war nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Machtzentrum im anatolischen Hochland, wie etwa die Funde von importierter Keramik, eisenzeitlicher Architektur und Schriftzeugnissen belegen.

Das größte Grab, das in Gordion bislang entdeckt wurde, ist der „Midas-Hügel“. Es ist eines von mehr als 120 Grabhügeln, die um 740 v. Chr. errichtet wurden. Es enthielt die Bestattung einer hochgestellten Person, laut wissenschaftlichen Erkenntnissen möglicherweise Midas‘ Vater Gordias, in einem Holzsarg auf einem purpurnen Stoff und umgeben von Bronzeschätzen.

Antike Stätte: Archäologen entdecken ungewöhnliches Phryger-Grab in Gordion

Das kürzlich entdeckte Grab stellt den 47. bislang freigelegten Grabhügel in der antiken Stadt Gordion dar. Der Tumulus weist eine Höhe von etwa acht Metern sowie einen Durchmesser von rund 60 Metern auf. Nach Angaben des Archäologen Yücel Şenyurt, Co-Direktor der Ausgrabungen in Gordion, handelt es sich hierbei um die bislang älteste dokumentierte Einäscherung an diesem Fundort.

Diese Bestattungsform liefert wichtige Hinweise auf die Praktiken der Phryger in der Eisenzeit und deutet laut Şenyurt auf eine herausgehobene gesellschaftliche Stellung der beigesetzten Person hin. Innerhalb des Hügels wurde eine hölzerne Grabkammer mit den Maßen 3,1 mal 2,8 Metern freigelegt. In ihr fanden sich mehrere Dutzend bronzene Artefakte, darunter Kessel und Krüge, von denen einige noch an Eisennägeln an den Wänden der Kammer befestigt waren.

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Die Dichte und Vielfalt der Funde in diesem Grabhügel stellt die zweitgrößte bislang in Gordion dokumentierte Konzentration von Grabbeigaben dar, nach dem bekannten Midas-Hügel, der bisher als reichhaltigste Bestattung des phrygischen Königshauses gilt. Solche Grabbeigaben bieten wertvolle Einblicke in die materiellen Ausdrucksformen sozialer Hierarchie und die handwerkliche Metallverarbeitung im phrygischen Königreich.

„Es ist möglich, dass es jemandem aus der Familie von Midas gehörte, da sich sein Grab in der Nähe befindet“, sagte C. Brian Rose, Co-Direktor der Ausgrabungen in Gordion und Archäologe an der Universität von Pennsylvania. „Was wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass es sich um eine Brandbestattung handelt“, sagte Rose, denn „dies ist das einzige Beispiel aus dem 8. Jahrhundert“.

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Ausgrabungen in Gordion: Artefakte werden für die Nachwelt konserviert

Die neu entdeckten Artefakte befinden sich jetzt im Museum von Gordion, wo sie konserviert und restauriert werden, bevor sie ausgestellt werden. Die Ausgrabungen in Gordion dauern bereits seit 75 Jahren an, aber die Archäologen sind mit der Erforschung der zahlreichen Gräber und Siedlungsstrukturen noch lange nicht fertig. „Das Gebiet, das noch nicht ausgegraben wurde, ist viel größer als das Gebiet, das bereits ausgegraben wurde“, sagte Şenyurt.